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Hintergrund: Das ist der deutsche Kabelmarkt

Kabel Deutschland, Unitymedia, Kabel BW, Tele Columbus. Wir werfen einen Blick auf den deutschen Kabelmarkt.

17.08.2013, 14:01 Uhr (Quelle: DPA)
Paar mit Laptop© Syda Productions / Fotolia.com

Neben zahlreichen DSL-Providern buhlen seit einiger Zeit auch die deutschen Kabelnetzbetreiber um die Gunst jener Kunden, die schnell im Internet surfen möchten. Wir geben einen Überblick, wie der Kabelmarkt hierzulande aktuell aufgeteilt ist.

Mit der Deutschen Bundespost fing alles an

Unitymedia KabelBW ist wie Kabel Deutschland ein Erbe der Deutschen Bundespost. Das Staatsunternehmen baute einst das deutsche Kabelnetz, das schon mehrfach Ziel von Übernahmen war. Später ging das Netz an die Deutsche Telekom. Die musste die aus dem Konzern ausgegliederte Kabel Deutschland GmbH aus Wettbewerbsgründen allerdings verkaufen. Das Geschäft wurde regional aufgeteilt.

Die Branche wird derzeit von Kabel Deutschland aus München und von Unitymedia KabelBW aus Köln dominiert. Die Münchner sind in 13 Bundesländern vertreten, Unitymedia KabelBW ist nach dem nun wieder infrage stehenden Zusammenschluss in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Hessen aktiv. Dazu kommt der kleinere Anbieter Tele Columbus, der 2,1 Millionen Kunden zählt und vorrangig in großen Gebieten Ostdeutschlands sowie in einigen Regionen Westdeutschlands aktiv ist. Darüber hinaus gibt es noch einige Stadtnetzbetreiber wie NetCologne, die ihren Kunden ebenfalls Kabel-TV anbieten.

Interessant sind die Netzbetreiber für Käufer wegen des Zugangs zu Millionen Haushalten, vor allem aber wegen der technischen Möglichkeiten. Das Zauberwort heißt "Triple-Play": Paketangebote aus Fernsehen, Internet und Telefonie, mit denen die Unternehmen der Telekom oder Vodafone Konkurrenz machen. Doch die spezielle Marktsituation macht Zukäufe schwierig, die Wettbewerbshüter haben ein wachsames Auge auf den Kabelmarkt.

Kartellwächter legen immer wieder Steine in den Weg

Zuletzt verhinderte die Behörde die Übernahme von Tele Columbus durch Kabel Deutschland. Den Kauf von KabelBW durch den US-Kabelriesen Liberty Global mittels seiner Tochter Unitymedia genehmigte das Kartellamt nur mit Auflagen - und nach einigem Zögern. Nun stellt ein Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf die Entscheidung infrage, der Deal muss neu geprüft werden.

(Hayo Lücke)

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