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Hessen will Highspeed-Internet bis 2014 ausbauen

In Hessen soll bis Ende 2011 eine Breitband-Grundversorgung erreicht werden. Eine Studie zur Breitbandversorgung in Hessen zeigt, dass derzeit nur elf Prozent der dortigen Unternehmen über Internet-Bandbreiten von mehr als 16 Mbit/s verfügen.

09.12.2010, 18:11 Uhr
Paar mit Laptop© Syda Productions / Fotolia.com

Breitband-Internet ist für Unternehmen zu einem wichtigen Standortfaktor geworden. Das Hessische Wirtschaftsministerium hat als bislang einziges Bundesland eine aktuelle Breitband-Bedarfsumfrage durchgeführt und im September und Oktober 21.282 hessische Unternehmen angeschrieben. Rückmeldungen gab es von 1.977 Unternehmern. Gefragt wurde unter anderem nach der derzeit genutzten Bandbreite der Unternehmen, nach dem voraussichtlichen Bandbreitenbedarf in den kommenden drei Jahren sowie nach dem Einfluss der Breitbandinfrastruktur bei der Standortwahl. Das Ergebnis der Umfrage "Mehr Breitband für Hessen" wurde nun veröffentlicht.

Unternehmen benötigen höhere Bandbreiten

Firmen nehmen sogar Mehrkosten für einen schnellen Internetanschluss vor Ort in Kauf, so ein Resultat der Befragung. Derzeit gehen zwei Drittel der Umfrageteilnehmer mit Geschwindigkeiten von unter 6 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) ins Internet. Immerhin 19 Prozent der Unternehmen verfügen sogar lediglich über Internetanschlüsse unter 1 Mbit/s. Nur 11 Prozent nutzen Bandbreiten ab 16 Mbit/s.

Da ist es nicht verwunderlich, dass 88 Prozent der Unternehmen sich schnellere Verbindungen ins Netz wünschen. Mehr als die Hälfte sieht einen Bedarf von Internet-Bandbreiten von mehr als 25 Mbit/s. 77 Prozent der Unternehmen nutzen DSL für die Datenübertragung, Glasfaser oder ein Kabelanschluss wird erst von einem geringen Anteil verwendet.

Für das Jahr 2014 rechnen 75 Prozent der Unternehmen mit einem Bandbreitenbedarf von mehr als 16 Mbit/s. 52 Prozent der Umfrageteilnehmer sieht einen Bedarf von symmetrischen Internetzugängen mit gleichermaßen hohem Down- und Upload. Durch innovative Anwendungen wie beispielsweise E-Health im Gesundheitswesen werden die Anforderungen nach Ansicht der Unternehmen noch weiter steigen.

Bis 2014 will Hessen 75 Prozent Versorgung mit Highspeed-Internet

In diesem Jahr hat Hessen für die Breitband-Erschließung 5,2 Millionen Euro investiert. In 1.000 von ehemals 1.400 unversorgten Ortsteilen sind nach Angaben des Wirtschaftsministeriums im Rahmen des Projektes "Breitband-in-Hessen" Ausbaumaßnahmen angelaufen oder in konkreter Planung, in den übrigen 400 gebe es Vorbereitungen für Ausbau-Projekte. Entscheidend sei ein koordiniertes Vorgehen von Land, Kommunen und Unternehmen gewesen. Das Land Hessen habe beispielsweise bei ohnehin anstehenden Straßenbaumaßnahmen die Verlegung von Leerrohren für die Aufnahme von Glasfaserkabeln gefördert. Tiefbauarbeiten seien dann nicht mehr erforderlich, die Kosten könnten um bis zu 80 Prozent reduziert werden.

"Mit unserem Ziel, bis Ende 2011 alle Lücken in der Grundversorgung zu schließen, sind wir auf einem sehr guten Weg", stellte der hessische Wirtschaftsminister Dieter Posch fest. Damit will sich Hessen nicht zufrieden geben: Der Ausbau von Highspeed-Datennetzen laufe auf Hochtouren. Bis 2014 will Hessen hier bereits eine Versorgungsquote von 75 Prozent erreichen. Mit der nun vorgelegten Umfrage "verfügt Hessen nun über eine präzise Grundlage für einen bedarfsgerechten Breitband-Ausbau", so Posch weiter. Kein anderes Bundesland könne auf eine solche Datenbasis zurückgreifen. Der Ausbau der Breitbandinfrastruktur sei "zu wichtig, um ihn im Blindflug zu steuern".

(Jörg Schamberg)

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