Security

Hersteller des Bundestrojaners gehackt - 40 GB Finfisher-Daten online

Ein Server von Finfisher, dem Hersteller des Bundestrojaners, wurde von Unbekannten gehackt. 40 Gigabyte Daten können nun über das Torrent-Netzwerk von jedermann heruntergeladen werden.

08.08.2014, 10:28 Uhr
Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com

Nicht nur der sogenannte Bundestrojaner, auch zahlreiche andere Überwachungssoftware für Polizei und Geheimdienste stammt vom Münchner Anbieter Finfisher. Einer seiner Server wurde nun von Unbekannten gehackt. 40 Gigabyte Daten können über das Torrent-Netzwerk von jedermann heruntergeladen werden.

Finspy-Trojaner wird nicht erkannt

Darunter befinden sich Handbücher und eine Preisliste, die dokumentieren, wie gut Finfisher im Geschäft ist. Das Rundum-Wohlfühl-Paket für staatliche Einrichtungen kostet 1,5 Millionen Euro. Eine einfache Lizenz gibt es schon für 150.000 Euro. Unter den erbeuteten Daten befindet sich aber auch der Quelltext der Finfly-Web-Software.

Finfisher hat nicht nur den Bundestrojaner entwickelt, sondern weitere Überwachungssoftware im Stil klassischer Schadsoftware. So wird der Finspy-Trojaner von einigen Antiviren-Tools immer noch nicht entdeckt.

Oppositionelle in Bahrain unterdrückt

Die Daten sollen auch belegen, dass Software von Finfisher in Bahrain nicht genutzt wird, um gegen Straftäter oder Terroristen vorzugehen, sondern gegen Oppositionelle.

Unter dem Fake-Account @GammaGroupPR bei Twitter wird der Hack dokumentiert - anscheinend vom Hacker selbst. Finfisher tritt international auch als Gamma Group auf.

(Peter Giesecke)

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang