Security

Heimliches Web-Tracking ist gängige Praxis

Besucher hinterlassen beim Surfen auf Webseiten ihre Spuren und genau die werden von Tracking-Programmen genutzt und mehr oder weniger detailliert ausgewertet. In der Regel jedoch ohne Wissen der Nutzer.

02.12.2007, 11:22 Uhr
Welt© Julien Eichinger / Fotolia.com

Fast alle Betreiber kommerzieller Websites, die Webstatistiken externer Dienstleister einsetzen, informieren ihre Besucher nicht über die damit verbundene Speicherung detaillierter Nutzerdaten. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Düsseldorfer Unternehmens Xamit. Die Bewertungsgesellschaft hat in den Monaten August und September bundesweit Webseiten von Unternehmen, politischen Institutionen und Gemeinden bezüglich ihrer Datenerhebungs-Praxis analysiert. Mit einem überraschenden Ergebnis.
Verstoß gegen den Datenschutz
Anbieter, die beispielsweise den kostenlosen Service des Marktführers Google Analytics nutzen, weisen die Nutzer ihres Internetangebotes demnach nur zu einem Prozent darauf hin, dass mit dem Seitenaufruf eine individuelle ID-Nummer vergeben wird, auf deren Basis die spätere Erstellung umfassender Bewegungsprofile möglich ist. Mit dieser Handhabung verstoßen die Seitenbetreiber nicht nur gegen entsprechende Nutzungsbedingungen, sondern unter Umständen auch gegen Datenschutzgesetze, die eine Information der Besucher über die Verarbeitung personenbezogener Daten verlangen.
655.000 Webseiten untersucht
Im Rahmen der repräsentativen Studie nahm Xamit insgesamt 655.000 deutsche Webseiten von 14.000 Unternehmen und Institutionen sowie von 1250 Gemeinden unter die Lupe. Dabei wurde untersucht, ob und gegebenenfalls welcher von insgesamt 19 externen Statistikerstellern seitens der Betreiber eingesetzt wird und ob deren Besucher über die entsprechende Datenerhebung informiert werden. "Überraschend war die Konsequenz, mit der geltende Datenschutz-Bestimmungen beim Thema Web-Tracking ignoriert werden. 99 Prozent der Google Analytics-Nutzer und 88 Prozent der Kunden vom Wettbewerber eTracker verheimlichen ihren Homepage-Besuchern die praktizierte Datenerhebung", erläutert Dr. Niels Lepperhoff, Xamit-Geschäftsführer zu diesem Teilergebnis der Studie.
Peinlich
Auch ein paar prominente Beispiele nennt das Bewertungsunternehmen in seinem Bericht. So setzen neben dem Bundesarbeitsministerium und dem Auswärtigen Amt auch das NRW-Justizministerium externe Web-Tracker ein – natürlich ohne ihre Seitenbesucher entsprechend zu informieren.

(Michael Friedrichs)

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