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Hayo erlebt: Power-Maschine Samsung Notebook Serie 7 Chronos 770Z5E S02

Rund sechs Wochen habe ich mir das Multimedia-Notebook von Samsung aus nächster Nähe angesehen. Es ist teuer, hat aber auch richtig viel zu bieten. Selbst kaufen würde ich es dennoch nicht - und das liegt nicht an Samsung.

14.12.2013, 10:01 Uhr
Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com

Ja, ich gebe es zu: Wenn ich durch die Republik zu einem meiner zahlreichen Presse-Termine reise, blicke ich regelmäßig neidisch auf das Equipment von meinen geschätzten PR-Kollegen. Nicht selten dürfen sie mit Hightech-Maschinen arbeiten, die nicht nur schneller sind als das von mir verwendete Einsteiger-Notebook, sondern in der Regel auch so hübsche Extras wie eine beleuchtete Tastatur oder richtig fixe Bootzeiten bieten. In den zurückliegenden Wochen konnte aber auch ich mal ausprobieren, was es heißt, eine echte Multimedia-Maschine zu nutzen. Konkret habe ich mir das Samsung Notebook Serie 7 Chronos 770Z5E S02 aus nächster Nähe angesehen. Kostenpunkt: satte 1.599 Euro.

Volle Leistung für viel Geld

Und um direkt mal mit der Tür ins Haus zu fallen: Macht schon Spaß die Kiste. Die Performance kann sich dank des integrierten Intel Core i7-Prozessors (i7-3635QM) mit bis zu 3,4 Gigahertz durch die so genannte Turbo Boost-Technologie und insgesamt 8 Gigabyte Arbeitsspeicher wahrlich sehen lassen. Und doch war ich, das muss man an dieser Stelle dann auch sagen dürfen, nicht restlos begeistert. Denn von den versprochenen zwölf Sekunden Startzeit habe ich ebenso wenig etwas mitbekommen wie von jenen zwei Sekunden, die Samsung bei einem Start aus dem Ruhezustand verspricht. Stattdessen bootete der Rechner durch die Bank mindestens vier- bis fünfmal so lange.

Umso mehr konnte mich die Akkulaufzeit begeistern. Wenn ich das Gerät mal von der Steckdose getrennt habe, hat mich der integrierte Akku locker sechs bis sieben Stunden nicht im Stich gelassen. Trotzdem eignet sich das Gerät in erster Linie als Desktop-Ersatz und nicht als mobiler Begleiter. Denn das Chronos-Notebook ist mit 376 x 250 x 21 Millimetern nicht nur ziemlich groß, sondern mit einem Gewicht von fast 2,4 Kilogramm auch sehr schwer. Mein eigentliches Arbeits-Notebook kommt gerade mal auf die Hälfte dieses Gewichts. Als Grafikkarte hat Samsung eine AMD Radeon HD8870M integriert. Da ich kein Gamer bin, halte ich mich in diesem Punkt mit einem Urteil aber lieber etwas bedeckt.

Mattes Full HD-Display weiß zu gefallen

Gefallen hat mir auch, dass mich das Samsung-Notebook endgültig von entspiegelten Displays überzeugen konnte. Bisher habe ich mich bei meinen privat gekauften Rechnern immer für Modelle mit Glas-Front entschieden, beim nächsten Mal würde ich das wohl nicht mehr tun. Irgendwie ist es doch entspannter, wenn Spiegelungen – etwa vom Fenster im Rücken oder von Lichtquellen im Zimmer - nicht unmittelbar auf dem Bildschirm sichtbar sind. Und dass ein Full HD-fähiges LED-Display mit einer diagonalen Abmessung von 15,6 Zoll (39,6 Zentimeter) und einer Helligkeit von bis zu 300 Nits ordentlich Laune macht, muss ich wohl niemandem groß erklären.

Am meisten vermissen werde ich aber wohl die Tastatur. Denn die hat es mir so richtig angetan. Schnell hatten sich meine Finger an das so genannte Insel-Design (einzelne Tasten mit Leerraum) gewöhnt und es lässt sich sogar ein Ziffernblock, wie man ihn von der klassischen PC-Tastatur kennt, verwenden. Das aber wohl genialste Feature: Die Tastatur ist auf Wunsch weiß beleuchtet. Man kann das als Spielerei abtun, durch die die Akkulaufzeit verkürzt wird, ich persönlich finde es aber ungemein praktisch; auch wenn der Helligkeitssensor während meines Tests nicht immer hundertprozentig zuverlässig funktioniert hat.

Designtechnisch hat sich Samsung auch nicht lumpen lassen und zumindest das Display in ein edles Metall-Gehäuse aus gebürstetem Aluminium gepackt. Gleiches gilt für die Innenseite rund um die Tastatur, während die Unterseite mit diversen Schlitzen für den Austritt der sich im Gerät entwickelten Wärme aus Plastik besteht.

Beeindruckende Boxen von JBL

Was mich sehr überrascht hat: Auf glatten Oberflächen rutscht das Notebook trotz vier Gummi-Noppen ungehemmt hin und her. Eine echte Wucht sind wiederum die ebenfalls auf der Unterseite integrierten Stereo-Lautsprecher von JBL mit einem wirklich beeindruckenden Bass. Als ich mit einer Freundin ein paar Filmtrailer angeschaut habe, waren ihre Worte: "Ja sind wir denn schon im Kino?" Das sagt im Grunde alles über die wahrlich beeindruckende Soundqualität aus.

Keine Kompromisse ist Samsung bei den zur Verfügung gestellten Schnittstellen eingegangen. Es ist so ziemlich alles an Bord, was man sich als anspruchsvoller Nutzer von einem modernen Notebook wünschen kann: zweimal USB 2.0, zweimal USB 3.0, ein VGA-Anschluss, ein HDMI-Port und natürlich auch Extras wie ein SD-Kartenleser, Bluetooth 4.0, WLAN und LAN-Anschluss.

Kaufen? Ja! Aber nur, wenn man Windows 8 mag

Sie fragen sich, ob ich mir das Samsung-Notebook der Highend-Klasse bei so vielen lobenden Worten kaufen würde? Lassen Sie es mich so formulieren: Aus der eigenen Tasche finanziert sicher nicht. Denn bei aller Euphorie über die integrierte Hardware bleibt ein Aspekt, der mich zurückschrecken lässt. Ja, einerseits natürlich der hohe Preis, aber auch das vorinstallierte Windows 8.

Trotz installiertem Update auf Version 8.1 wird die aktuelle Version von Microsofts Betriebssystem einfach nicht mein Freund. Ganz persönlich finde ich da überhaupt nichts (mehr) intuitiv und würde wahrscheinlich noch eher zu einem MacBook Air oder sogar MacBook Pro greifen, ehe ich 1.600 Euro für einen Windows-Rechner ausgebe, über dessen Betriebssystem ich mich regelmäßig ärgern muss. Für Samsung tut mir das leid, denn die wenig intuitive Bedienung der Software hat Microsoft verbockt und nicht die Südkoreaner. Kritisch hinterfragen möchte ich aber auch, dass von der installierten Hardware nur der Arbeitsspeicher ohne Weiteres austauschbar zu sein scheint. Festplatte und Akku sind irgendwo unter dem fest geschlossenen Gehäuse versteckt.

Redaktionsleiter Hayo Lücke schildert in der Serie "Hayo erlebt" seine persönlichen Erfahrungen mit technischen Neuheiten.

(Hayo Lücke)

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