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Hassposting-App: 50 Prozent der Fälle wandern an die Polizei

Über die Hassposting-App "BanHate" sind Hasskommentare im Netz schnell an die Antidiskriminierungsstelle Steiermark gemeldet. Von den bisher gemeldeten Beiträgen wurden viele rechtlich verfolgt. 179 Postings, die sich auf Inhalte aus Deutschland beziehen, wurden an das Bundeskriminalamt übergeben.

Jugendlicher© Klaus Eppele / Fotolia.com

Wien - Rund ein Jahr nach dem Start einer App zur Meldung von Hassbeiträgen im Internet sind mehr als 1.700 Kommentare zur Prüfung übermittelt worden. Fast die Hälfte der aus Deutschland und Österreich eingegangenen Meldungen wurden rechtlich verfolgt, wie eine erste Auswertung der Hassposting-App "BanHate" ergab.

BanHate-App ist seit April 2017 kostenlos verfügbar

Das kostenlose Programm wurde von der Antidiskriminierungsstelle Steiermark und der Stadt Graz im April 2017 vorgestellt und seitdem rund 1.000 Mal runtergeladen. Per Screenshot können Nutzer hasserfüllte Kommentare anonym von der Antidiskriminierungsstelle prüfen lassen. Diese leitet die Inhalte dann gegebenenfalls an die Staatsanwaltschaft oder Ermittler weiter.

80 Prozent aller Meldungen beziehen sich auf Facebook-Inhalte

179 Postings, die Inhalte aus Deutschland betreffen, wurden so an das deutsche Bundeskriminalamt übergeben. Am häufigsten handelte es sich laut Daniela Grabovac, Leiterin der Antidiskriminierungsstelle Steiermark, um Volksverhetzungen und NS-Verherrlichungen. Viele Beiträge hätten sich aber auch gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel gerichtet. "Am meisten hat uns überrascht, wie viel Zeit sich die Menschen nehmen, um diese ausführlichen Postings zu schreiben", sagt Grabovic. Bei 80 Prozent aller bisher eingegangenen Meldungen handle es sich um Inhalte auf Facebook.

Partner in Deutschland gesucht

Da das deutsche Interesse an der App steigt, versuchen die Gründer nun, Kooperationen im deutschsprachigen Raum aufzubauen. Man sei bereits im Gespräch mit dem Antidiskriminierungsnetzwerk des Türkischen Bundes in Berlin-Brandenburg.

Diana Schellhas / Quelle: DPA

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