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Hardware 2010 im Rückblick: Tablet PCs & 3D

Was hat der Hardware-Bereich 2010 hervorgebracht und was kommt 2011? Wir blicken auf Tablet PCs, Android-Geräte, Notebooks, Prozessoren und 3D.

26.12.2010, 09:01 Uhr
Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com

Zum Jahresende ziehen nicht nur die Fernsehsender ein Resümee, auch die Suchmaschinenbetreiber lassen die Öffentlichkeit an Einzelheiten wie den häufigsten Suchbegriffen oder den beliebtesten Prominenten der vergangenen zwölf Monate teilhaben. Der Google Zeitgeist 2010 wirft auch einen Blick auf populäre Produkte, unter denen sich – wenig überraschend – das Apple iPad befindet. Wir zeigen, welche weiteren Hardware-Highlights das Jahr 2010 zu bieten hatte, was sich im Notebook-Bereich getan hat und was uns 2011 erwartet.

Hardware-Trends 2010

In diesem Jahr kam wohl niemand am Thema Tablet PC vorbei. Das iPad von Apple mit 9,7-Zoll-Display fand viel Beachtung, kam es doch am 3. April in den USA als erste der neuen, flachen Surf-Tafeln mit Multitouch auf den Markt. Es sollte aber nicht das einzige bleiben: Viele Hersteller fühlen sich dazu berufen, das Angebot mit eigenen Touchscreen-Gadgets zu vergrößern. Besonders interessante Geräte hat onlinekosten.de im Tablet-PC Vergleich gesammelt – wie zum Beispiel das WeTab. Der Marktstart des von den deutschen Unternehmen Neofonie und der 4tiitoo AG angebotenen Tablets entwickelte sich nach anfänglicher Euphorie mit folgenden Launch-Verzögerungen schließlich zum PR-Debakel.

Tablet PC und Android

Auch das auf der IFA im September vorgestellte Samsung Galaxy Tab (Test) zog viel Aufmerksamkeit auf sich. Das Samsung Tablet ist seit Oktober zu haben, kann mehr als das iPad und kratzt mit seinem 7-Zoll-Format und der Telefoniefunktion am Smartphone-Bereich. Noch deutlicher wird die Weichzeichnung der Grenzen zwischen Smartphone und Tablet beim Dell Streak mit 5-Zoll-Bildschirm. Sowohl Streak als auch Galaxy Tab stellen außerdem einen weiteren Trend 2010 dar: Android-Hardware.

Das von Google lancierte Mobil-Betriebssystem erlebte in diesem Jahr einen Durchbruch und schafft es über die Tablets – auch ohne in den Handy-Bereich abzudriften – in den Jahresrückblick. Auch MP3-Player wie das Archos 28 Internet Tablet oder Netbooks bedienen sich am Androiden, wobei Netbooks das System vor allem für einen schnelleren Internetzugriff als Zusatz zu Windows nutzen. Dass Android auf einem herkömmlichen Notebook ohne Touchscreen als eigenständiges Betriebssystem auch nicht unbedingt sinnvoll ist, zeigte sich im Toshiba AC100 Test.

Notebooks führten 2010 zwar den Trend zur schlanken Hardware fort, wie zum Beispiel das neue und an der Vorderseite nur 4 Millimeter flache MacBook Air (Test) von Apple, im Mittelpunkt standen die Mini-Maße aber nicht – schließlich geht es irgendwann auch einfach nicht mehr dünner. Vielmehr beschäftigte die Hersteller, eine Balance zwischen möglichst hoher Leistung und einer möglichst langen Laufzeit zu finden. Als Helferlein bot sich Nvidia Optimus an. Bei dieser 2010 neu erschienenen Technik profitiert der Anwender gleichzeitig von den Vorteilen einer starken Grafikkarte (Nvidia folgte AMD 2010 in den DirectX-11-Bereich) und der Sparsamkeit eines Intel Onboardchips, da on the fly hin- und hergewechselt wird.

Nur kleine Änderungen bei Notebooks

Bahnbrechende Leistungssteigerungen gab es im Notebook-Bereich nicht. Die SSD als schnelle und stromsparende Alternative zur Festplatte ist nach wie vor eine teure Option und hat das gute, alte, magnetische Speichermedium auch 2010 noch nicht ansatzweise verdrängt. Die maximale Anzahl an Kernen liegt nach wie vor bei vier Stück, auch wenn Schenker-Notebook die Desktop-CPU Core i7-980X mit sechs Kernen tatsächlich in einem Notebook versenkte. Ein Quad-Core im Notebook ist aber längst noch kein Standard, vielmehr stützen sich die meisten Laptops immer noch auf Dual-Core-Prozessoren. AMD startete mit Danube und Nile neue Notebook-Plattformen und Intel versüßte den Sommer mit dem Atom N550 Dual-Core-Prozessor, der auch den Netbooks endlich ein Doppelkern-Innenleben bescherte. Seit dem Intel Atom N455 sind Netbooks außerdem bereit für DDR3-Arbeitsspeicher.

Ganz interessant war die ab und an zu spürende Rückkehr zu matten Displays. Nachdem der Spiegel-Look lange Zeit den Multimedia-Sektor dominierte, haben die Hersteller erkannt, dass Kunden oftmals entspiegelte Bildschirme vorziehen und bieten nun auch wieder entsprechend mattierte Note- und Netbooks an.

Hexa-Core für den Privatbereich

Der vorhin bereits erwähnte Intel Core i7-980X Extreme Edition Prozessor geht mit einer Neuerung 2010 einher: Das Jahr bescherte Privatanwendern Prozessoren mit sechs Kernen. Nachdem Intel im März seinen Hexa-Core vorstellte, zog AMD mit der Phenom II X6-Reihe im April nach. Zu den CPU-Neuigkeiten zählte außerdem die Integration des Grafikchips in den Prozessor: Auf der CES zeigte Intel seine ersten Core-i-CPUs mit integriertem GMA HD.

Neu in 2010 war die Verbreitung von USB 3.0. Die technischen Details des neuen Schnittstellenstandards für Übertragungen mit bis zu zehnfacher USB-2.0-Geschwindigkeit (4,8 Gbit/s) wurden zwar schon im November 2008 abschließend verabschiedet, die blau markierten Ports machten sich aber erst in diesem Jahr an Mainboards für PCs und Notebooks breit. Langsam seine Sachen packen muss währenddessen der analoge VGA-Port. Intel und AMD gaben im Dezember bekannt, ab 2015 keine Produkte mit VGA-Anschluss mehr anbieten zu wollen.

3D – wohin das Auge (oder die Brille) reicht

Ein klares Top-Thema 2010: 3D. Ob Flachbildfernseher, TFT-Monitor oder Notebook-Display – die 120-Herz-Technik für abwechselnde Bild-Darstellungen für 3D-Inhalte brachte die "3D-Brille" in verschiedenen Bereichen zurück. Gamer sitzen mit Shutterbrille vor dem Laptop, Kinobesucher mit Leihbrillen auf den Polstern. Zudem kommt die Blu-ray langsam ins rollen. Die blaue Scheibe für Filme in HD schlug trotz breiter Unterstützung durch die Playstation 3 nicht sofort am Markt ein und hatte es auch 2010 weiterhin schwer, sich gegen die nach wie vor boomende DVD durchzusetzen. Dennoch zeigten sich im dritten Quartal 2010 Tendenzen nach oben. Die Blu-ray-Verbreitung schritt in Deutschland im europäischen Vergleich schneller voran und die Verkaufszahlen legten verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 75 Prozent zu. Wie der HD-Datenträger seinen Marktanteil von 7 Prozent 2011 weiter ausbauen wird, wird interessant: Als Hoffnungsträger gilt auch hier 3D.

Ausblick auf 2011

Neue Spiele-Hardware gab es 2010 zwar nicht in Form brandneuer Konsolen, mit Xbox Kinect und Sony Move hat die Nintendo Wii aber Konkurrenz mit Bewegungssteuerung erhalten. Was uns im kommenden Jahr weiter beschäftigen wird, ist der 3D-Trend, der dann auch eine neue Konsole beschert: 2011 folgt der Nintendo 3DS, das erste Gerät, das 3D-Unterhaltung ohne zusätzliche Brille ermöglicht. Auch Toshiba verfolgt diesen Ansatz und will 3D-Fernseher ohne Brille zeigen. Die ersten Versuche werden auf der vom 6. bis 9. Januar stattfindenden Messe CES erwartet. AMD startet 2011 die neuen Prozessor-Architekturen Bobcat und Bulldozer, Intel bringt Sandy Bridge. Auf der CES dürften sich zudem weitere Tablet PCs tummeln. Dass ein Motorola Tablet kommt, ist nun offiziell: Der Handy-Hersteller nimmt die Konkurrenten iPad und Galaxy Tab in einem Video aufs Korn, versteckt sein eigenes Gerät bis zur CES aber unter einem Vorhang. Ebenfalls für 2011 im Kalender stehen Notebooks mit Chrome OS, dem Google-eigenem Betriebssystem. Wir sind gespannt, was das Jahr ansonsten bereithält.

(Saskia Brintrup)

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