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Handy verboten: Franzose will Belgier bekehren

Was Phil Marso in Frankreich nicht geschafft hat, will er nun in Belgien erreichen: einen Tag kein öffentliches Telefonieren mit dem Handy.

31.01.2006, 12:51 Uhr
SMS schreiben© Andres Rodriguez / Fotolia.com

Seit sechs Jahren kämpft der französische Autor Phil Marso um einen weltweiten Handy-freien Tag: Nach vergeblichen Mühen in seiner Heimat kündigte der 43-Jährige jetzt an, sein Werben für Mobilfunk-Abstinenz und eine neue SMS-Literatur nun in Belgien fortsetzen zu wollen.
Kampf dem Mobilfunk
Er hoffe, im Nachbarland noch auf offene Ohren zu stoßen, sagte der Autor von "Tueur de portable, sans mobile apparent" (etwa: Handy-Mörder ohne erkennbares Motiv) der Nachrichtenagentur AFP. Zwar müsse er mittlerweile eingestehen, dass das Handy nicht mehr wegzudenken sei; er werbe aber für Zurückhaltung in der Öffentlichkeit und mache sich dafür stark, dass die Handys statt zum Telefonieren häufiger für Kurznachrichten genutzt werden.
Marso ist nach eigenen Worten ein Spezialist im SMS-Texten. Bislang brachte er fünf Werke in dem von Abürzungen wimmelnden Schreibstil heraus, darunter die Fabeln von Jean de La Fontaine (1621-1695). In Marsos sparsamem SMS-Stil erscheint Frankreichs Klassiker dann etwa zu "mètre korbo, sur 1 arbre p'Rché, tenè en son bek 1 froma'J (...)" zusammengestaucht.
Vor allem für Legastheniker könne diese Form der Literatur Vorzüge haben, erklärte Marso. An eine SMS-Übersetzung der Werke Marcel Prousts wage er sich allerdings nicht.

(Hayo Lücke)

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