Einheitliche Standards

Handy-Ladekabel: EU-Kommission will Vorschlag im Herbst präsentieren

Seit Jahren will die Europäische Kommission einheitliche Standards für Ladekabel und Netzteile von mobilen Geräten, um Elektroschrott zu reduzieren. Nach einer eher gescheiterten Selbstverpflichtung für Hersteller soll im Herbst nun ein konkreter Vorschlag folgen.

Christoph Liedtke, 09.07.2021, 13:34 Uhr (Quelle: DPA)
USB-C-Anschluss© Alex / Fotolia.com

Die EU-Kommission will im frühen Herbst einen Vorschlag für einheitliche Handy-Ladestecker vorstellen. Das bestätigte eine Kommissionssprecherin am Freitag auf Anfrage. Zuvor hatte die Wirtschaftswoche über den Zeitplan berichtet. Die Brüsseler Behörde arbeitet schon länger an dem Thema, zuletzt wurde es aber von der Corona-Pandemie von der Tagesordnung verdrängt.

Nur noch wenige Steckertypen im Umlauf

Vor mehr als zehn Jahren brachte die Kommission die Ladekabel-Frage erstmals auf den Plan. 14 Hersteller - unter ihnen auch Apple - einigten sich in einer Selbstverpflichtung auf einen einheitlichen Standard für Handy-Netzteile. Bei den in Smartphones und Tablets für kabelgebundene Ladevorgänge geeigneten Anschlüssen blieben von einst mehreren Dutzend Typen noch drei übrig: USB-C, Apples Lightning sowie Micro-USB, das in Android-Smartphones früher Standard war, jetzt aber eher nur noch in günstigen Geräten vorkommt.

Mit einer weiteren Vereinheitlichung soll unter anderem Abfall vermieden werden. Das EU-Parlament verwies 2020 darauf, dass durch Ladegeräte 51.000 Tonnen Elektroschrott jährlich entstünden.

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) begrüßte die Ankündigung der Kommission. «Kabelsalat ist weder verbraucherfreundlich noch der Umwelt zuträglich», sagte eine Sprecherin. Einheitliche Ladekabel würden dabei helfen, unnötigen Abfall zu vermeiden.

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