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Handy-Hersteller BenQ verschwieg Finanzprobleme

Der Handy-Hersteller BenQ Mobile hat finanzielle Probleme vor der Insolvenz laut einem Zeitungsbericht wochenlang verschleiert.

07.11.2006, 13:33 Uhr
Handy Telefonat© Yuri Arcurs / Fotolia.com

Der Handy-Hersteller BenQ Mobile hat finanzielle Probleme vor der Insolvenz laut einem Zeitungsbericht wochenlang verschleiert. Aus betriebsinternen Schriftstücken gehe hervor, dass das Management von BenQ die dramatischen Zahlungsschwierigkeiten des Unternehmens schon Mitte August kannte, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" am Dienstag.
"Wir haben null Budget mehr"
Während der taiwanische Mutterkonzern BenQ und die angeschlagene Tochterfirma in München damals noch Durchhalteparolen ausgegeben hätten, hatten einige Verantwortliche demnach die Hoffnung bereits aufgegeben. "Wir haben null Budget mehr", schrieb BenQ-Mobile-Finanzchef David Wang laut "SZ" Mitte August an Vorstandschef Clemens Joos. Schon im ersten Halbjahr habe die Sparte das gesamte Geld aufgebraucht, das der Mutterkonzern in Taiwan für das Gesamtjahr zur Verfügung gestellt habe.
Hoffnungslosigkeit hinter den Kulissen
Die Nachricht sei sowohl an Spitzenmanager von BenQ-Mobile, unter ihnen Firmenchef Joos, als auch an die BenQ-Führung in Taiwan gegangen, unter ihnen den für das Handy-Geschäft zuständigen Vorstand Jerry Wang. Der Finanzchef aus München machte damals laut "SZ" unmissverständlich klar, dass er der Sparte kaum noch Chancen gebe: "Unsere Liquidität könnte bald erschöpft sein." Der Mutterkonzern habe mitgeteilt, dass die Vorgaben nicht mehr verhandelbar seien.
Trotzdem hätten Spitzenmanager von BenQ sowie der Mobilfunk-Tochter eine Woche später öffentlich Zuversicht verbreitet. Ende September, als die Insolvenz angemeldet wurde, beteuerte das Management, es sei völlig überrascht und sagte, sie sei "schockiert".

(Aleksandra Leon)

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