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Handy am Steuer: Diese Strafen drohen im Ausland

Handygespräche und SMS lenken Fahrer und Fußgänger ab und sorgen oft für Unfälle im Straßenverkehr. Dabei ist die Handy-Nutzung während der Fahrt nicht nur in Deutschland verboten. Wir listen auf, wie teuer das Telefonieren und Simsen am Lenkrad im Ausland werden kann.

24.05.2014, 15:01 Uhr (Quelle: DPA)
SMS schreiben© Andres Rodriguez / Fotolia.com

Durch Handygespräche und SMS abgelenkte Fahrer und Fußgänger verursachen im Straßenverkehr oft Unfälle. Mit Strafen wie mit Aufklärungskampagnen versuchen Behörden die Menschen davon zu überzeugen, dass tippen und telefonieren am Lenkrad und auf dem Gehweg gefährlich ist. Einige Beispiele, wie in einzelne Länder auf das Problem Handy und Smartphone im Verkehr reagieren:

Führerscheinentzug in der Schweiz

SCHWEIZ: Die Polizei greift hart durch: Wird ein Autofahrer beim SMS-Tippen erwischt, ist in der Regel der Führerschein weg. Der zeitweilige Entzug droht, wenn man beim Fahren das Navigationsgerät bedient. Schweizer Verbände haben die Kampagne "Augen auf die Straße" gestartet. Allein im vergangenen Jahr seien rund 13.000 Unfälle von abgelenkten Fahrern mitverursacht worden, hieß es.

ÖSTERREICH: Ende März krachte der Fahrer eines Lastwagens nahe Salzburg an einer Kreuzung ungebremst in einen Schulbus, ein Zwölfjähriger starb. Der Lastwagenfahrer war nach bisherigen Ermittlungen durch den Blick aufs Handy abgelenkt. Die Nutzung des Smartphones wird genauso geahndet wie das Telefonieren am Steuer ohne Freisprechanlage - mit 50 Euro.

FRANKREICH: In Frankreich wird über telefonierende oder SMS-tippende Verkehrsteilnehmer kontrovers diskutiert. Wer als Auto- oder Fahrradfahrer mit dem Handy am Ohr ertappt wird, muss mit 135 Euro Strafe rechnen. Wiederholungstätern droht der Führerscheinentzug. Ein Senator scheiterte jedoch jüngst mit dem Vorstoß, auch Fußgängern die Handynutzung auf der Straße zu verbieten. Dies sei kaum durchzusetzen, erklärt das Innenministerium.

230 Euro Bußgeld in den Niederlanden

GROSSBRITANNIEN: Regierung und das staatliche Gesundheitssystem NHS warnen Fußgänger, im Straßenverkehr aufs Handy zu schauen. In mehreren Städten werben Plakate für mehr Aufmerksamkeit - etwa an Londoner Bushaltestellen. Warnungen wie "Er sah die SMS, aber nicht den Lastwagen" stehen neben dem Bild eines Jugendlichen, der mit zerbrochenem Smartphone auf der Straße liegt.

NIEDERLANDE: Jeder zweite Niederländer besitzt ein Smartphone und die Hälfte davon benutzt dies auch im Verkehr. Ein Drittel tippt auch auf dem Fahrrad eine SMS, zeigen Studien der Verkehrswacht. Bei jedem zehnten Fahrradunfall war ein Smartphone im Spiel. Auf dem Rad ist Telefonieren oder Simsen nicht verboten. Doch wer beim Autofahren sein Handy benutzt, muss mit 230 Euro Bußgeld rechnen.

DÄNEMARK/SCHWEDEN: Wer beim Radfahren ein Mobiltelefon in der Hand hält, zahlt umgerechnet rund 134 Euro. In Schweden will das Staatliche Straßen- und Transportforschungsinstitut VTI erst noch untersuchen, ob die Nutzung von Technik auf dem Rad - wie das Tippen von SMS - die Gefahr von Unfällen erhöht.

Weiter auf Seite 2: Sprechende Busse warnen unachtsame Fußgänger in den USA

SERBIEN: Im Straßenverkehr klemmt bei vielen Fahrern ein Handy hinter dem Ohr. Um dies zu stoppen, hat die Regierung ein Gesetz erlassen, wonach die Nutzung von Handys während der Fahrt mit sieben Punkten bestraft wird. Bei 15 Punkten ist der Führerschein weg. Im Fernsehen läuft die Kampagne: "Parke dein Handy, wenn du fährst".

Handynutzung in Indien kaum kontrolliert

JAPAN: Im technikbegeisterten Japan ist das Tippen von SMS während der Fahrt verboten. Wer doch ertappt wird, muss umgerechnet rund 43 Euro Strafe zahlen. Sorgen bereiten den Behörden Smartphones in den Händen von Fußgängern oder Fahrradfahrern. Immer öfter prallen SMS schreibende Spaziergänger und Radler gegen Hindernisse oder stoßen mit anderen Menschen zusammen.

INDIEN: Inder lieben Handys und Smartphones und legen sie möglichst nie aus der Hand. In Neu Delhi sieht man oft Motorradfahrer, die mit einer Hand lenken und mit der anderen auf dem Handy tippen. Wird ein Fahrer mit einem Smartphone am Steuer gefasst, muss er je nach Bundesstaat umgerechnet zwischen 1,24 Euro bis 12 Euro Strafe bezahlen. Allerdings wird die Handynutzung kaum kontrolliert.

Sprechende Busse warnen unachtsame Fußgänger in den USA

BRASILIEN: Die Regierung setzt auf Erziehung. Das brasilianische Städteministerium hat ein Handy-Programm entwickeln lassen, die App "Mãos no Volante" ("Hände ans Lenkrad"). Der Fahrer aktiviert die App vor der Abfahrt und Anrufe oder SMS-Texte werden registriert aber nicht durchgestellt.

USA: Dort verunglücken immer mehr Fußgänger, die mit starrem Blick auf ihr Smartphone über Hauptverkehrsstraßen und Kreuzungen laufen. Das US-Verkehrsministerium experimentiert jetzt in Portland im Bundesstaat Oregon mit sprechenden Bussen, die diese unachtsamen Fußgänger aufschrecken sollen. Aus Lautsprechern, die an den Fahrzeugen installiert wurden, ertönen Sätze wie: "Fußgänger, der Bus biegt ab".

(Jörg Schamberg)

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