Einheitliche Sicherheitsanforderungen

Handy als virtueller Autoschlüssel: Allianz drängt auf Sicherheitsstandard

Das Smartphone zum Öffnen der Autotüre werde sich nach Ansicht des Versicherers Allianz in den kommenden Jahren immer mehr durchsetzen. Doch es müsse einen einheitlichen Sicherheitsstandard geben, damit nicht Autodiebe profitieren.

Handy im Auto© Martinan / Fotolia.com

Ismaning - Europas größter Versicherer Allianz fordert einen einheitlichen Sicherheitsstandard für die erwartete Ablösung des Autoschlüssels durch das Handy. In den nächsten drei bis fünf Jahren werde sich die Verwendung des Handys als "virtueller Autoschlüssel" durchsetzen, prophezeiten Fachleute des Unternehmens am Montag im Münchner Vorort Ismaning. Damit davon nicht Autodiebe profitieren, plädiert der Konzern dafür, die Sicherheitsanforderungen für die Autoindustrie festzuschreiben.

Virtueller Fahrzeugschlüssel darf nicht kopierbar sein

Als erster Hersteller bietet derzeit die Daimler-Marke Mercedes-Benz die Verwendung des Smartphones als Autoschlüssel an. "Wir glauben, dass das in drei, vier, fünf Jahren auf breiter Basis angeboten wird", sagte Christoph Lauterwasser, der Leiter des Allianz-Zentrums für Technik.

Zu den Forderungen der Allianz gehört, dass der virtuelle Fahrzeugschlüssel nicht kopierbar sein soll. Nur der Halter oder eine andere verantwortliche Instanz sollen Fahrberechtigungen für weitere Handys erteilen können - und diese auch wieder einkassieren können. Datenübertragung zwischen Handy und Auto soll durch besonders starke Verschlüsselung geschützt werden. Das System soll nach Allianz-Vorstellungen außerdem eine Protokollfunktion haben, mit der nachgewiesen werden kann, wer das Auto wann fuhr.

Die Allianz hatte bereits Anfang der 1990er Jahre ihr Gewicht in die Waagschale geworden, um wegen der damals stark gestiegenen Zahl von Autodiebstählen die heute übliche elektronische Wegfahrsperre durchzusetzen. "In einer ganz ähnlichen Dimension schauen wir auf den virtuellen Schlüssel", sagte Jochen Haug, Vorstandsmitglied bei der Allianz Versicherungs-AG.

Jörg Schamberg / Quelle: DPA

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