News

Handwerkwerksbetriebe drängen Bundesregierung zu schnellerem Netzausbau

Nicht nur Großunternehmen, auch das Handwerk fühlt sich durch den nur schleppenden Ausbau eines schnellen Internet-Netzes behindert. Am Mittwoch will die Bundesregierung ihre "Digitale Agenda" vorstellen.

18.08.2014, 10:03 Uhr (Quelle: DPA)
Paar mit Laptop© Syda Productions / Fotolia.com

Jeder zehnte Handwerksbetrieb klagt über einen viel zu langsamen Internetanschluss. Jeder fünfte Betrieb fühlt sich durch das Fehlen des schnellen Netzes für die Zukunft nicht gerüstet. Dies ergab eine Umfrage des Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH). Befragt wurden 6.230 Handwerksbetriebe. Generalsekretär Holger Schwannecke sagte der Nachrichtenagentur dpa: "Es ist richtig und dringender denn je, dass die Bundesregierung jetzt das Thema Digitalisierung und digitale Infrastruktur angeht."

Infrastruktur in Deutschland ist löchrig

Das Bundeskabinett wird sich an diesem Mittwoch mit dem Thema Digitale Infrastruktur befassen. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD), Innenminister Thomas de Maizière (CDU) und Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) wollen anschließend eine "Digitale Agenda" der Bundesregierung vorstellen.

Schwannecke sagte, die Digitalisierung im Handwerk wie auch der selbstverständliche Austausch der Betriebe per Internet stocke, weil die Infrastruktur in Deutschland löchrig sei. Bau- und Ausbaugewerbe, Kfz-Handwerk oder die global tätigen gewerblichen Zulieferer seien auf schnelle und belastbare Internetverbindungen mit schnellem Up- und Download auch großer Datenmengen angewiesen.

Marktplätze im Internet als Chance für Handwerksbetriebe

Wettbewerbsintensive Betriebe dürften wegen des schleppenden Ausbaus eines schnellen Netzes nicht vom Wachstum ausgeschlossen werden. Schwannecke: "Mehr als 50.000 Handwerksbetriebe, gerade Unternehmen aus den wichtigen Wachstums- und Dienstleistungsbranchen, beschäftigen sich heute bereits mit dem "Internet der Dinge"". Sie machten Produkte durch die Integration von Hard- und Software "intelligent", individualisierten und perfektionierten die Produktion.

Eine einseitige industriepolitische Beschäftigung mit den begonnen revolutionären Veränderungen in der Wirtschaft reiche daher nicht. Bei der geplanten Zukunftsdebatte müsse der Mittelstand in den Fokus gerückt werden, forderte Schwannecke.

70 Prozent der Handwerksbetriebe sehen laut der Umfrage Marktplätze im Internet als Chance. 74 Prozent wollen bei den wachsenden Möglichkeiten zur Individualisierung von Produkten mitmischen. Schwannecke: "Für diese wachstumsorientierten Handwerksbetriebe brauchen wir eine mittelstandsgerechte Digitalisierungsstrategie der Bundesregierung." Dazu gehörten passfähige Ansätze des Technologietransfers.

(Jörg Schamberg)

Kommentieren Forum
Zum Seitenanfang