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"Handelsblatt": Versatel will Orion Cable kaufen

Schon vor einem Jahr hatte Versatel angekündigt, groß ins Kabelgeschäft einsteigen zu wollen. Jetzt greift das Unternehmen nach den 3,2 Millionen Kunden von Orion Cable.

25.08.2009, 08:50 Uhr
DSL-Anschluss© IKO / Fotolia.com

Im Ringen um den Kabelanbieter Orion Cable hat sich ein weiterer namhafter Kaufinteressent zu Wort gemeldet. Nach einem Bericht des "Handelsblatt" plant der Düsseldorfer Telekommunikationskonzern Versatel eine Übernahme. Die Wirtschaftszeitung will aus Finanzkreisen erfahren haben, dass bereits eine Finanzierung vorbereitet werde.
Versatel greift ein
Zuletzt hatten die großen Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland und Unitymedia ihr Interesse an einer Übernahme signalisiert. Dass nun auch Versatel in der Liste der potenziellen Übernahmekandidaten auftaucht, ist allerdings nicht verwunderlich. Der Düsseldorfer TK-Konzern hatte bereits den Kabelanbieter AKF übernommen und auch bei Media Home zugeschlagen. Vor rund einem Jahr wurde zudem angekündigt, groß ins Kabelgeschäft einsteigen zu wollen. Eine Orion-Übernahme wäre daher zwar ein Paukenschlag, käme aber nicht ganz unvorbereitet.
Versatel könnte bisherigen Orion-Kunden künftig nicht nur TV-Inhalte liefern, sondern auch spezielle Internet-Anschlüsse. Dazu würde das eigene Glasfasernetz mit der Kabeltechnik von Orion verknüpft. Schon heute stehen bei Versatel rund 160.000 Kabel-Kunden unter Vertrag. Von Orion würde Versatel etwa 3,2 Millionen Kunden übernehmen, was den Telekomkonzern mit einem Schlag zu einem der größten Kabelanbieter in Deutschland machen würde.
Finanzierung schwierig
In trockenen Tüchern ist die Übernahme aber noch nicht. Das "Handelsblatt" berichtet unter Berufung auf Analysten- und Bankenkreise, dass Versatel eine Übernahme allein nicht finanzieren könne. Spekuliert werde über einen Kaufpreis in Höhe von 450 Millionen Euro, Versatel verfüge aber nur über eine Kreditlinie in Höhe von 100 Millionen Euro und ein genehmigtes Kapital von 15 Millionen Aktien. Im Rahmen einer theoretisch möglichen Kapitalerhöhung würden daher nur rund 70 Millionen Euro zusätzlich in die Kassen gespült.
Möglich sei aber auch, dass der Versatel-Eigner Apax Partners das notwendige Geld bereitstellt. Das Investment-Unternehmen Apax ist zu 42 Prozent an Versatel beteiligt, außerdem besitzen die niederländische Cyrte Investments und die 1&1-Mutter United Internet jeweils 25 Prozent an Versatel.

(Hayo Lücke)

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