News

Handelsblatt: Bild will auf T-Online verzichten

Der Axel-Springer Verlag beendet das Joint-Venture mit der Telekom und betreibt das Bild-Internetportal demnächst alleine.

28.10.2007, 13:46 Uhr
Welt© Julien Eichinger / Fotolia.com

Internetuser, die demnächst das Internetportal der "Bild-Zeitung" aufrufen, werden dort bald vergeblich nach einem Hinweis auf Noch-Kooperationspartner T-Online suchen. Nach einem Bericht des "Handelsblatt" gibt es bereits eine Verabredung vom Axel-Springer Verlag und der Deutschen Telekom zu einer Beendigung des Joint-Ventures.
Das gemeinsam betriebene, populäre Internet-Portal "Bild.T-Online" hat pro Monat 47 Millionen Besucher und 500 Millionen Seitenaufrufe und damit mehr Page Impressions als etwa Spiegel Online. Die Telekom machte nach Angaben des Handelsblattes noch keine Angaben zu einem geplanten Rückzug des Axel-Springer Verlages. Veränderungen der Eigentümerstruktur müssten in der Gesellschafterversammlung besprochen werden, hieß es von der Telekom.
Rückkaufpreis noch unbekannt
T-Online ist mit 37 Prozent an dem erfolgreichen Internetportal beteiligt. Diesen Anteil müsste der Springer-Verlag dann zurückkaufen. Angesichts der Finanzstärke des Berliner Verlagshauses sollte diese Transaktion jedoch kein größeres Problem darstellen. Über einen Rückkaufpreis schweigen sich beide Unternehmen noch aus.
Stärkung des eigenen Markenprofils
Springer arbeitet derzeit an einer dringend notwendigen Stärkung des Markenprofils von "Bild", die immer noch Europas größte Zeitung ist. Auflagenstärke der Bild-Zeitung und Aktienkurs des Springer-Verlages sind aber im Sinkflug. Gegensteuern ist also erforderlich. Schon mit Einführung der Bild mobil Prepaidkarte in Zusammenarbeit mit Telekom-Konkurrent Vodafone, onlinekosten.de berichtete, war Springer auf Distanz zur Deutschen Telekom gegangen.
Markenname T-Online verschwindet immer mehr
Schon Ende 2004 hatte das ZDF nach dreijähriger Zusammenarbeit die Kooperation mit der Deutschen Telekom beendet. Die Telekom war an der Erstellung des "Heute"-Nachrichtenportals beteiligt. Der Markenname T-Online verschwindet so immer mehr aus der Öffentlichkeit. Doch dies scheint auch Strategie der Telekom zu sein. Auf der Startseite Ihrer Internetpräsenz präsentiert die Telekom jetzt vor allem den Bereich T-Home und die Entertain-Pakete.

(Jörg Schamberg)

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang