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Hamburger Startup Netrange strahlt 2.000 Sender via Smart-TV-Plattform aus

Das deutsche Unternehmen Netrange will in Kürze über ein eigenes Internet-Portal für Smart TVs rund 2.000 TV-Kanäle ausstrahlen. Zu finden sein wird die Plattform unter anderem auf Geräten von Sharp, Loewe, Ikea und TCL.

03.01.2014, 20:29 Uhr
Internet© rajareddy / Fotolia.com

Wer sein Fernsehprogramm über Satellit empfängt, hat oft Zugriff auf mehrere hundert TV-Sender aus aller Welt. Das Hamburger Unternehmen Netrange MMH GmbH will diese Quote nun mindestens um das Zehnfache steigern. Rund 2.000 Kanäle sollen künftig via Breitband-Internet in die Wohnzimmer gebracht werden.

Bis zu 10.000 Sender geplant

Bis 2016 soll das Portfolio sogar auf rund 10.000 Programme ausgedehnt werden, berichtet das "Handelsblatt" am Freitag in seiner Online-Ausgabe. Die Ausstrahlung in TV-Qualität erfolgt über ein Portal, das Smart-TV-Hersteller ab Werk auf ihren Geräten installieren können. Auf sechs bis sieben Millionen Fernseher sei die Netrange-Plattform bereits vorhanden. Dort finden sich bislang Apps, Video-Inhalte und Spiele; in Kürze soll das Angebot aber um das erste Senderpaket erweitert werden. Für ältere Geräte stehe zudem eine Box mit integriertem Browser zur Verfügung, erklärte der Anbieter in einer separaten Mitteilung. Details zu Umfang und Qualität von deutschsprachigen Angeboten wurden nicht genannt.

Ebenfalls Einzug halten wird die Netrange-Lösung auf internetfähigen TV-Geräten von Sharp, Loewe, Ikea und TCL. Entsprechende Vereinbarungen seien im Vorfeld der CES in Las Vegas unterzeichnet worden, sagte Netrange-Chef Jan Wendt dem "Handelsblatt". Auf diese Weise steige die Reichweite in den kommenden fünf Jahren auf mindestens 30 Millionen Fernseher weltweit. Einnahmen will der Anbieter über kostenpflichtige Programmbündel generieren, in denen etwa bestimmte Senderkategorien zusammengefasst werden. Denkbar seien etwa Sportpakete mit mehr als 40 Programmen, in denen sowohl Nischen- als auch populäre Massensportarten berücksichtigt würden. Hier soll es von Land zu Land unterschiedliche Modelle geben. Derzeit befinde man sich allerdings noch in der Testphase. "Grundsätzlich zahlt der Endkonsument für die Premium-Anteile Geld", so Wendt.

Zumindest im Smart-TV-Segment rückt Netrange damit etablierten Anbietern wie dem Schweizer IPTV-Pionier Zattoo auf die Pelle. Dieser bietet in Deutschland derzeit 116 nationale und internationale Sender, davon 70 kostenfrei. Über die Zattoo-App für Smartphones, Tablets, Konsolen und Smart-TVs lassen sich aus lizenzrechtlichen Gründen allerdings maximal 91 Programme empfangen; für die übrigen wird ein PC oder Mac benötigt.

(Christian Wolf)

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