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Halbleiterwerk: Dresden verliert gegen Singapur

Eine neue Wafer-Fabrik wird offenbar nicht in Dresden, sondern in Singapur gebaut. Unter anderem wegen hoher Strom- und Wasserkosten.

07.07.2006, 08:22 Uhr
Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com

Im Werben um den französischen Halbleiterhersteller Soitec hat Dresden offenbar das Nachsehen gegenüber Singapur. Soitec baue seine neue "Wafer"-Fabrik in Asien, wo das Unternehmen 350 Millionen Euro investieren und 500 Stellen schaffen werde, berichtet die "Sächsische Zeitung".
Dresden habe es unter 24 Bewerbern bis unter die letzten zwei geschafft; am Ende hätten Ersparnisse in Asien entschieden. Wafer sind wenige Millimeter dicke Siliziumscheiben, auf der in der Halbleiterindustrie elektronische Bauelemente oder integrierte Schaltkreise (Chips) gefertigt werden.
Hohe Energiepreise schrecken ab
Wie das Blatt weiter berichtet, hatten sich sächsische Wirtschaftsförderer knapp ein Jahr lang um die Franzosen bemüht. Alles habe auf einen Dresdner Erfolg hingedeutet, zumal Soitecs Großkunde AMD gerade erst verkündet hatte, eine weitere Milliarde Euro zu investieren und seine Produktion in Dresden zu vervierfachen. Aber neben dem vermeintlichen US-Hauptkonkurrenten East Fishkill seien neue Konkurrenten aufgetaucht, die in Fernost mit mehrjähriger Steuerbefreiung gelockt hätten. Nach Angaben von Insidern seien die Franzosen auch durch die hohen Energie- und Wasserpreise verschreckt worden.

(Hayo Lücke)

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