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Hackergruppe Anonymous will Hebdo-Attentat in Paris rächen

Die Demokratie vor der islamischen Sharia bewahren - das ist offenbar das erklärte Ziel der Hacker-Gruppe "Anonymous". Nach dem Attentat von Paris droht der Darsteller eines Videos in französischer Sprache mit Vergeltung. Ziel sind die Kommunikationskanäle der Terroristen.

12.01.2015, 18:26 Uhr
Netzwerk© TheSupe87 / Fotolia.com

Das Attentat von Paris hat international die Gemüter erschüttert - und ruft offenbar auch die Mitglieder der Hacker-Gruppe "Anonymous" auf den Plan. Wie die österreichische Tageszeitung "Der Standard" berichtet, plant die Gruppe in einem Video-Clip Vergeltungsmaßnahmen. Der Film wurde dem Bericht zufolge auf dem Twitter-Konto des belgischen Zweiges der Gruppe veröffentlicht. Als Ziel der Vergeltung werden laut der Meldung die Social Media-Kanäle rund um die Dschihadisten erwähnt. Das Kollektiv will auf eine offenbar nicht näher beschriebene Weise erzwingen, dass diese Kanäle geschlossen werden.

Gegen "Stumpfsinn" und für Pressefreiheit

Der Darsteller im Video trägt eine Guy Fawkes-Maske und schildert mit verfälschter Stimme in französischer Sprache das Anliegen der Gruppe, flankiert vom Hashtag "#OpCharlieHebdo". "Ihr habt Unschuldige getötet. Ihr werdet die Sharia nicht in unsere Demokratien tragen", zitiert "Der Standard" den Sprecher im Video. Man werde nicht zulassen, dass "Stumpfsinn" die Pressefreiheit zerstört.

Im vergangenen Jahr hatte Anonymous Maßnahmen gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" angekündigt, berichtet das Magazin weiter. Tatsächlich wurden offenbar Cyberattacken auf die Türkei, Katar und Syrien verzeichnet – Länder, die Anonymous zufolge mit islamischen Extremisten sympathisieren.


Anonymous trat erstmals 2008 mit Protestaktionen gegen die Organisation Scientology in Erscheinung. Die politische Hackerbewegung hat nach eigenen Angaben keine Führung, keine feste Organisation und keine Zentrale. Mitglieder und Sympathisanten, unter ihnen auch Aktivisten in Deutschland, verbinden sich ad hoc zu einzelnen "Operationen".

Sprecher der Gruppe treten üblicher Weise mit der Guy-Fawkes-Maske an die Öffentlichkeit. Die Maske soll an den Anführer einer Verschwörung erinnern, der 1605 einen Anschlag auf den englischen König Jakob I. geplant hatte. Das Attentat misslang und Fawkes wurde hingerichtet - der revolutionäre Gedanke soll offenbar in Anonymous weiterleben, so die Botschaft der Hackergruppe.

(Dorothee Monreal)

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