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Hackerattacke auf Computer des Weißen Hauses: Steckt die russische Regierung dahinter?

Das Computernetzwerk von Mitarbeitern des Weißen Hauses ist kürzlich offenbar von Hackern angegriffen worden. Zum Schutz wurden einige Dienste unterbrochen. Die für die Attacke verantwortlichen Hacker sollen angeblich im Auftrag der russischen Regierung arbeiten.

29.10.2014, 12:16 Uhr (Quelle: DPA)
Internet© Gina Sanders / Fotolia.com

Das Weiße Haus ist anscheinend Ziel eines Hackerangriffs geworden. Im Computernetzwerk der Mitarbeiter von US-Präsident Barack Obama seien verdächtige Aktivitäten beobachtet worden, sagte ein ranghoher Regierungsbeamter der Deutschen Presse-Agentur am Dienstagabend (Ortszeit). Der Zugang zu einigen Diensten des Netzwerks sei daher unterbrochen worden. 

Diebstahl von Daten noch unklar

Computer und Systeme seien zwar nicht beschädigt worden. Allerdings seien einige "Elemente des nicht vertraulichen Netzwerks betroffen", sagte der Regierungsbeamte. Der vorübergehende Ausfall und der Verbindungsverlust seien aber lediglich die Folge der Maßnahmen, um die Regierungsnetzwerke zu schützen. Es gebe keine Hinweise, dass vertrauliche Netzwerke durchbrochen wurden. Ob Daten gestohlen wurden, sagte der Beamte nicht.

Nach Informationen der "Washington Post" arbeiten die verantwortlichen Hacker offenbar für die russische Regierung. FBI, Secret Service sowie der Geheimdienst NSA sind dem Blatt zufolge an den Ermittlungen beteiligt. Der Hinweis soll von einem Verbündeten gekommen sein. Die Attacke fand demnach in den vergangenen zwei bis drei Wochen statt, berichtete die Zeitung unter Berufung auf anonyme Quellen. Das Intranet oder der Zugang über einen VPN-Client sei zwar einige Zeit abgeschaltet worden, der E-Mail-Dienst funktionierte bis auf einige Verzögerungen aber wie gewohnt.

Obamas Büro bereits häufiger im Visier von Hackerattacken

Jede verdächtige Aktivität im Exekutivbüro des Präsidenten werde sehr ernst genommen, sagte der Regierungsangehörige. Die Sicherheitsstandards würden laufend überprüft. Wie auch sonst seien in diesem Fall seien umgehend Schritte eingeleitet worden, um die verdächtigen Aktivitäten zu begrenzen.

Das Büro von Obama sowie anderer Regierungsstellen und Ministerien sind in der Vergangenheit bereits mehrfach ins Visier von Hackern geraten. Obamas Büro erreichten täglich entsprechende Warnungen zur Cyberspionage, sagte der Beamte. Auch die Nato, die ukrainische Regierung und Auftragnehmer des US-Militärs wurden Berichten zufolge bereits von russischen Hackern ausspioniert. Laut "Washington Post" gelten die Russen aus Sicht der US-Behörden als Spitzenreiter in Sachen Cyberspionage.

Schutz von Regierungsgebäuden verstärkt

Angesichts anhaltender Terrordrohungen verstärkten die USA unterdessen den Schutz von Regierungsgebäuden in Washington und anderen großen Städten. Das kündigte Heimatschutzminister Jeh Johnson an. Betroffen seien über 9.500 Regierungs-und Behördengebäude. Johnson sprach zwar von einer Vorsichtsmaßnahme, verwies aber zugleich auf "anhaltende öffentliche Aufrufe von Terrororganisationen zu Angriffen in den USA und anderswo". Einzelheiten nannte er nicht.

Wegen des vor sieben Wochen begonnenen Luftkriegs gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Irak und Syrien rufen radikale Islamisten verstärkt dazu auf, Anschläge gegen die USA zu verüben. Sie hatten in einem Video etwa mit Widerstand gedroht und einen Film im Internet verbreitete, der den Titel "Flammen des Krieges" trägt und US-Soldaten zeigt.

Johnson verwies auch auf den jüngsten Angriff im Regierungsviertel im kanadischen Ottawa. Dabei hatte ein mutmaßlicher Islamist einen Soldaten an einem Denkmal erschossen, stürmte daraufhin in das Parlament, wo er um sich schoss. Der Mann wurde von einem Parlamentswächter erschossen. Johnson ließ bereits die Kontrollen an mindestens 25 ausländischen Flughäfen seit Juli verschärfen, da die Sicherheit im Flugverkehr als wunder Punkt der Terrorabwehr gilt.

(Jörg Schamberg)

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