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Hackerangriff bremst eBay - Weltweite Passworterneuerung behinderte Wachstum

Wegen eines im Mai publik gemachten Hackerangriffes hatte eBay alle Nutzer zur Änderung des Passwortes aufgerufen. Dies wirkte sich spürbar auf den Umsatz im zweiten Quartal aus. Nur dank PayPal konnte der US-Konzern ein Umsatzplus verbuchen.

17.07.2014, 00:01 Uhr (Quelle: DPA)
Datenübertragung© envfx / Fotolia.com

Der Online-Handelskonzern eBay hat im zweiten Quartal (PDF) die Auswirkungen eines Hackerangriffs zu spüren bekommen. Das Wachstum des Marktplatzes sei behindert worden durch die weltweite Erneuerung der Passwörter, erklärte Firmenchef John Donahoe am Mittwoch. Der Umsatz des Unternehmens fiel etwas schlechter aus als von Analysten erwartet.

Umsatzplus dank PayPal

Vor allem dank seines erfolgreichen Bezahldienstes PayPal konnte eBay im Quartal aber immer noch ein Umsatzplus von 13 Prozent verzeichnen auf annähernd 4,4 Milliarden Dollar (3,3 Milliarden Euro). Der Gewinn verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6 Prozent auf unterm Strich 676 Millionen Dollar.

Ebay hatte im Mai einen Hackerangriff publik gemacht. Bei der Attacke zwischen Ende Februar und Anfang März wurde nach Firmenangaben eine Datenbank mit verschlüsselten Passwörtern sowie persönlichen Angaben wie Adressen und Geburtsdaten angezapft. Ebay konnte keinen direkten Schaden ausmachen, forderte seine Nutzer aber vorsichtshalber auf, ihre Passwörter zu ändern.

Auch andere Firmen hatten schon unter Hackerangriffen zu leiden. Besonders hart traf es zur Weihnachtszeit den US-Warenhauskonzern Target, bei dem Kreditkartendaten an der Kasse gestohlen wurden. Nach Bekanntwerden des Vorfalls gingen die Verkäufe zurück; fünf Monate später räumte der Firmenchef seinen Stuhl.

Bei eBay scheinen die Auswirkungen wesentlich weniger dramatisch. Der Umsatzzuwachs im angestammten Marktplatz-Geschäft lag mit 9 Prozent allerdings unter dem Wert der vorangegangenen Quartale. Dafür konnte PayPal seinen Umsatz um 20 Prozent steigern und erwies sich damit einmal mehr als Zugpferd von eBay. Zwischenzeitlich hatte der streitbare Investor Carl Icahn die Abspaltung gefordert, was das Management aber ablehnte.

Ebay erwartet für das Gesamtjahr nun einen Umsatz von maximal 18,3 Milliarden Dollar statt zuvor 18,5 Milliarden Dollar. Die Gewinnprognose blieb unverändert.

Trotz des Hackerangriffs stieg die Zahl der Nutzer weiter. Den Marktplatz nutzten zuletzt 148,9 Millionen Menschen, PayPal sogar 152,5 Millionen. Drittes Standbein von Ebay sind Dienstleistungen wie der Betrieb von Online-Shops für Dritte. Dieser Zweig wuchs am langsamsten.

(Jörg Schamberg)

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