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Hacker kapern hunderte Facebook-Gruppen

Eine Gruppe von Hackern hat in den letzten Tagen hunderte Gruppen bei Facebook übernommen. Ihr Ziel: Eine Diskussion über mehr Sicherheit und Datenschutz in sozialen Netzwerken.

10.11.2009, 11:38 Uhr
Facebook © Facebook

Schwedische Hacker sorgen derzeit bei Facebook für Aufruhr. Sie haben in den letzten Tagen hunderte Gruppen übernommen und den Gruppennamen sowie das Gruppenbild gegen den Slogan "Control Your Info" ausgetauscht. Ziel der Aktion ist es offenbar, auf Sicherheitslücken bei Facebook hinzuweisen und die Nutzer gleichzeitig für mehr Datenschutz zu sensibilisieren.
Aufruf zu mehr Datenschutz
Um zum Nachdenken anzuregen, änderten die Netzpiraten die Beschreibung aller gekaperten Gruppen in einen Aufruf zu einem zurückhaltenderen Umgang mit persönlichen und privaten Daten. "Wir haben deine Gruppe gehackt und kontrollieren nun einen Teil der Informationen, die über dich bei Facebook veröffentlicht werden", schrieben die Unbekannten. Durch den Zugriff auf die Gruppe sei es nun möglich, nach Belieben Unwahrheiten zu verbreiten und den Ruf von Personen zu schädigen. "Wenn wir wollten, könnten wir den Gruppennamen nun einfach in 'Ich unterstütze die Rechte von Pädophilen' umbenennen", so die Hacker. Anschließend riefen sie die Betroffenen dazu auf, über Sicherheit in sozialen Netzwerken ebenso intensiv nachzudenken, wie über die Sicherheit in ihrem realen Leben. Zudem wurden Nachrichten mit dem gleichen Text an alle Gruppenmitglieder verschickt und auf die Website controlyour.info verwiesen.
Keine bösen Absichten
Hier informieren die Aktivisten mit drastischen Beispielen über Sicherheitsmaßnahmen und Verhaltensregeln zur Wahrung der Privatsphäre im Internet. Zudem beschreiben sie, wie einfach es war, die Facebook-Gruppen zu übernehmen. Demnach ist es prinzipiell möglich, jede Gruppe zu steuern, sobald der Gründer diese verlassen hat. Dann könne sich jeder als neuer Administrator anmelden und nach Belieben Veränderungen vornehmen.
Das Projekt sei allerdings mit guten Absichten gestartet worden und werde daher nicht dazu benutzt, um Profit daraus zu schlagen. Man wolle den Datenschutz in den Mittelpunkt stellen und auf Schwachstellen in sozialen Netzwerken hinweisen. Weitere Informationen zu Hintergründen und Gefahren gibt es auf einem YouTube-Kanal unter www.youtube.com/user/controlyourinfo.

(Christian Wolf)

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