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GVU: Razzia gegen illegale Download-Portale "Drei.bz" und "Freedownloadz V2"

Bei einer auf Strafantrag der GVU Ende Februar erfolgten Durchsuchungsaktion in Flensburg und im Raum Bielefeld konnten die Behörden die Datenbanken des illegalen Filehoster-Portals "Drei.bz" sichern, das Portal wurde abgeschaltet. Der Betreiber, zugleich auch verantwortlich für das bereits vor einem Jahr vom Netz gegangene Portal "Freedownloadz V2", war geständig.

06.03.2013, 18:05 Uhr
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Der Kampf gegen illegale Download-Angebote im Netz ging Ende Februar in eine neue Runde. Unter der Leitung der Staatsanwaltschaft Paderborn fand am 26. Februar, nach einem Strafantrag der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e. V. (GVU), eine konzertierte Durchsuchungsaktion in Flensburg und im Raum Bielefeld statt. Laut einer am Mittwoch veröffentlichten Mitteilung der GVU richteten sich die Maßnahmen gegen den mutmaßlichen Betreiber der illegalen Portale "Drei.bz" und "Freedownloadz V2", die beide inzwischen offline sind.

Beschuldigter zeigt sich geständig

Der als Betreiber der beiden Portale wegen Urheberrechtsverletzungen beschuldigte Mann aus dem Kreis Höxter war laut GVU geständig. Zuvor hatte die Kriminalpolizei Flensburg in einem Rechenzentrum vor Ort Sicherungskopien der beiden Portale beschlagnahmt. In den Privaträumen des Beschuldigten im Kreis Höxter sicherte die Kriminalpolizei Bielefeld zudem die vollständigen Datenbanken von "Drei.bz" sowie schriftliche Unterlagen. Bis zur Razzia war das Portal "Drei.bz" noch aktiv, inzwischen ist aber auch dieses vom Netz.

Bereits vor knapp einem Jahr war der Internetauftritt "Freedownloadz V2" offline gegangen. Acht Wochen zuvor, im Februar 2012, hatte die GVU Strafantrag gegen den damals noch unbekannten Betreiber des Portals wegen "unerlaubter Verwertung urheberrechtlich geschützter Werke" gestellt. Zu dem Zeitpunkt sei noch nicht klar gewesen, dass der Betreiber zugleich auch verantwortlich für das Filehoster-Portal "Drei.bz" war. Dieser Verdacht hätte sich erst in den folgenden Monaten erhärtet.

Umfangreiches Angebot von Filmen, Spielen und pornographischen Inhalten verlinkt

Sämtliche Dateien von beiden illegalen Portalen befanden sich auf den Servern von Internetspeicherdiensten, sogenannten File- und Streamhostern. Das Angebot von "Drei.bz" war recht umfangreich und bot auch ausreichend Platz für Werbebanner. Noch einen Tag vor der Razzia soll das Portal 176.566 Titel mit einer Datenmenge von 329 Terabyte gelistet haben. Auf die Inhalte, die nach Kategorien wie "Movies", "Games", "eBooks", "Serien", Appz" oder "XXX" sortiert waren, konnten registrierte Nutzer per Links zugreifen. Eine Überprüfung des Alters der Nutzer fand nicht statt. Das Anfang 2012 geschlossene Portal "Freedownloadz V2" verfügte über einen Katalog von rund 72.000 Links zu illegalen Dateien mit Filmen und Spielen. Auch ein "XXX"-Bereich mit Verlinkungen zu 9.119 pornografischen Dateien waren laut GVU in dem Angebot zu finden.

(Jörg Schamberg)

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