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GVU: Nach "kino.to" auch Portal "Drei.to" offline

Die Sperrung des illegalen Film-Portals "kino.to" zieht weitere Kreise. Laut GVU nahm der Betreiber des Portals "Drei.to" seine Webseite aus Angst vor strafrechtlicher Verfolgung selbst vom Netz.

22.06.2011, 16:31 Uhr
Datenverkehr© Julien Eichinger / Fotolia.com

Die Anfang Juni durchgeführte Razzia gegen das Portal "kino.to" hat nun auch Auswirkungen auf ein ähnliches Webangebot. Nach Angaben der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e.V. (GVU) ist seit Dienstag auch die illegale Portalseite "Drei.to" offline.

"Drei.to"-Betreiber nimmt Portal vom Netz

Der "Drei.to"-Betreiber sei durch die "kino.to"-Polizeiaktion eingeschüchtert worden. Er hat die Portalseite laut GVU aus Angst vor einer strafrechtlichen Verfolgung vom Netz genommen und will sich aus der Szene zurückziehen. Dies sei einer Stellungnahme des Betreibers zu entnehmen, der das Portal angeblich erst vor zwei Monaten übernommen hatte.

Über "Drei.to" war zuletzt der illegale Zugriff auf mehr als 57.000 Game-Titel für PC und verschiedene Konsolen möglich. Alleine für die Playstation 3 seien 337 Titel angeboten worden. Die GVU hat zudem mehr als 2.000 Dateien mit Spielen für die Nintendo DS gefunden. Außerdem habe "Drei.to" auch zu illegalen Musik- und Filmkopien sowie zu pornographischen Inhalten verlinkt.

"Drei.to" erwirtschaftete monatlich mehr als 40.000 Schweizer Franken

Das deutschsprachige Portal "Drei.to" wurde bereits 2004 gegründet, damals noch unter dem Namen "3dl.am". Zunächst wurde es in der Schweiz gehostet. Das schweizerische GVU-Pendant SAFE stellte 2008 einen Strafantrag gegen das Portal. Da kein Verantwortlicher ermittelt werden konnte, wurde das Verfahren im Mai 2010 eingestellt. Durch Kooperation mit der GVU konnten neue Erkenntnisse gewonnen werden. Im Juni des vergangenen Jahres wurde erneut eine Strafanzeige eingereicht.

Schließlich erging am 19. April dieses Jahres ein Strafbefehl über 90 Tagessätze wegen gewerbsmäßiger Urheberrechtsverletzungen gegen einen früheren Verantwortlichen, der das illegale Portal von Dezember 2007 bis Juli 2009 betrieben hatte. In den besten Zeiten ließ sich mit "Drei.to" mehr als 40.000 Schweizer Franken (knapp 33.000 Euro) im Monat erwirtschaften. Im Juli 2009 sei die Seite dann jedoch für 85.000 Euro weiterverkauft und im Oktober des vergangenen Jahres in "Drei.to" umbenannt worden.

(Jörg Schamberg)

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