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GVU: Illegale Filmangebote im Netz weiter auf dem Vormarsch

Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e.V. (GVU) hat eine aktuelle Analyse von 70 illegalen Online-Portalen im Netz vorgelegt. "Profitorientierte Kriminelle" erlauben Internetnutzern laut GVU inzwischen den Zugriff auf über zwei Millionen illegale Filmkopien.

08.02.2013, 15:27 Uhr
Browser© Diego Cervo / Fotolia.com

Die illegalen Filmangebote im Internet haben laut einer aktuellen Analyse der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e. V. (GVU) im vergangenen Jahr erheblich zugelegt. Internetnutzer haben demnach über die 70 von der GVU beobachteten illegalen Online-Portale, Boards und Foren mit umfangreichen Linkkatalogen Zugriff auf über zwei Millionen illegale Filmkopien. Die GVU sieht profitorientierte Kriminelle am Werk, die die illegalen Angebote immer weiter professionalisieren und ausbauen. Die Urheberrechte würden dabei systematisch verletzt.

Seitenbetreiber verwischen Spuren

Undurchsichtige Strukturen seien bei den untersuchten Seiten an der Tagesordnung, die Betreiber verwischen ihre Spuren beispielsweise durch Anonymisierungsdienste und Registrierung ihrer Firmengeflechte im Ausland. Zudem würden Speicherkapazitäten gerade in Ländern angemietet, in denen sich Rechte nur unzureichend durchsetzen ließen. Werbeflächen werden laut GVU an "dubiose Dienstanbieter" vermietet.

Unter den in der Analyse berücksichtigten 70 aktiven illegalen Portalen seien 16 Streaming-Portale, die im vergangenen Jahr durchschnittlich 31 Prozent mehr Links auf Kino- und Spielfilme eingestellt hätten. Um sogar 44 Prozent ist nach Angaben der GVU die durchschnittliche Zahl der Links bei illegalen Download-Portalen gestiegen, die Inhalte auf externen Online-Speichern bereitstellen.

Acht BitTorrent-Portale erlaubten Ende des vergangenen Jahres über Tauschbörsen Zugriff auf 561.577 illegale Filmdateien. Spitzenreiter hinsichtlich der Besucherzahl war hier das Portal "torrent.to", das laut GVU angeblich auf den Seychellen gespeichert ist. Die Werbeflächen auf diesem Portal hat nach Angaben der Urheberrechtsschützer ein österreichischer Internetunternehmer angemietet. Dieser soll angeblich Hintermann und Finanzier des geschlossenen Portals kino.to gewesen sein.

Streaming-Portal Movie2k mit rasantem Besucherzuwachs

Besondere Erwähnung findet in der GVU-Analyse das seit 2008 aktive Streaming-Portal movie2k, das inzwischen laut Alexa-Ranking auf Platz 22 der am häufigsten besuchten Internetseiten in Deutschland vorgerückt ist. Anfang Februar ermöglichte das auf Servern in Rumänien gehostete movie2k den Zugriff auf fast 27.000 urheberrechtlich geschützte Filme. Rund zehntausend Inhalte waren auch in deutscher Sprache verfügbar. Auf dem Portal findet sich Werbung für Glücksspiele, Erotikchats und weitere Dienste, die eine kostenlose Nutzung des ausgewählten Films versprechen. Allerdings werde dafür eine vorherige Registrierung unter Angabe einer Kreditkartennummer verlangt.

Einen Lichtblick sieht die GVU dennoch: Im vergangenen Jahr wurden 51 solcher illegalen Streaming- und Download-Portale abgeschaltet.

(Jörg Schamberg)

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