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Gute Laune bei legaler Download-Musik

iTues, musicload.de und andere legale Betreiber von Musik-Downloadshops machen immer mehr Umsatz. Und in P2P-Netzwerken landen immer mehr gefälschte Dateien.

21.05.2005, 12:03 Uhr
Internet© arquiplay77 / Fotolia.com

Bei den Anbietern legaler Musik-Downloads aus dem Internet herrscht gute Laune, denn ihre Kassen klingeln so oft wie niemals zuvor. Zwar führt der schnellste und billigste Weg zu einem Musikstück in Digitalqualität nach wie vor über teils illegale Tauschbörsen. Doch immer mehr Internetsurfer sind bereit, für offiziell lizensierte Angebote der Musikindustrie Geld auszugeben. Axel Garbers, Experte für digitale Medien des IT-Branchenverbandes BITKOM sieht den Markt mittlerweile ganz klar auf dem aufsteigenden Ast. Virengefahr, leere oder falsche Dateien in Tauschbörsen machen die kostenlosen Angebote des Internet-Schwarzmarkts zunehmend unbequem.
Rasantes Wachstum
Weltweit wurden im vergangenen Jahr mehr als 400 Millionen Songs verkauft. In Deutschland ist der Markt noch jung. Nach einer Studie des European Information Technology Observatory (EITO) wird der Umsatz mit Musiktiteln in Deutschland aber von 34 Millionen Euro in diesem auf 420 Millionen Euro im Jahr 2008 anwachsen.
iTunes erfolgreich
Download-Pionier Apple hat der Branche mit seinem iTunes Music Store international gezeigt, wie man sich mit einem guten Konzept auch gegen den kostenlosen grauen Markt durchsetzen kann. Die Kombination von Downloadangeboten, der iTunes-Musiksoftware sowie der mobilen Musikplayerserie iPod bescherten dem schon fast schon abgeschriebenen Computerhersteller wieder Erfolge.
Das Erfolgsgeheimnis von Apple sind die vergleichsweise kundenfreundlichen Auflagen des digitalen Rechtemanagements (DRM), mit denen die Musikstücke im Sinne der Urheber und Verlage technisch geschützt werden. Alle Songs werden für 99 Cent angeboten und lassen sich bis zu sieben mal direkt aus der Software iTunes auf CD brennen. Zwar werden die mittlerweile 800.000 zur Verfügung stehenden Titel nur im Format AAC angeboten, die neben dem Rechner nur der iPOD abspielen kann. Doch lassen sich die AAC-Musikfiles mit iTunes auch in andere Audioformate wandeln und auf CD brennen. musicload boomt
In Deutschland äußerst erfolgreich ist T-Online mit dem Konkurrenzangebot Musicload. Zwar gibt es dort nur gut halb so viel Songs wie bei Apple, die zudem mit bis zu 1,59 Euro deutlich teurer sind. Unter den Charthits ist Musicload dennoch bestens ausgestattet. Indes lassen die DRM-Bestimmungen bei T-Online Musicload verglichen mit dem Apple Store weniger Freiraum. Zudem gibt es kein einheitliches DRM-Konzept, so dass sich Käufer von Titel zu Titel überraschen lassen müssen, was sie letztlich mit der gekauften Musik anfangen dürfen. Daneben bietet Musicload auch nicht ganz so viel Spaß beim Stöbern nach Überraschungen: Während bei Apple in jeden Song kostenlos eine halbe Minute hineingehört werden kann, ist das bei Musicload nur bei einem Teil der Stücke möglich.
P2P-Netzwerke werden unspektakulärer
Beflügelt werden die kostenpflichtigen Angebote von verschiedenen Entwicklungen. In den umstrittenen kostenlosen Tauschbörsen wird die Zahl gezielter Störangebote immer größer und damit steigt der Zeitaufwand, bestimmte Musikstücke zu erhalten. Zudem sind Polizei und Staatsanwalt beim Aufstöbern von Datenpiraten zunehmend erfolgreich. Mittlerweile stehen selbst Schüler, die mehrere hundert Tracks in Tauschbörsen anbieten, auf der Fahndungsliste der Musikindustrie.
Indes machen es die kommerziellen Anbieter immer bequemer, Musiktitel mit einem Klick Musik legal zu erwerben. Sie haben ihre Angebotspalette deutlich verbessert und Mainstream-Kunden dürften dort inzwischen überwiegend fündig werden. Der Plattenladen macht deshalb aber noch lange nicht dicht: Die weitaus meisten Musik-CD und -DVD werden noch auf Jahre hinaus klassisch gepresst im Musikgeschäft oder im Versandhandel verkauft.
Netzshops getestet
Damit Sie sich einen Überblick über die Musik-Download-Shops verschaffen können, hat onlinekosten.de für Sie die bekanntesten Angebote genau unter die Lupe genommen. Unseren ausführlichen Test finden Sie hier.

(Hayo Lücke)

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