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Guardian: Netz-Piraterie kostet EU Millionen Jobs

Einem Bericht des britischen "Guardian" zufolge, kommt eine aktuelle Studie zu dem Schluss, dass in den nächsten fünf Jahren über 1,2 Millionen Jobs in der Kreativindustrie durch Online-Piraterie verloren gehen.

22.03.2010, 08:16 Uhr
Datenübertragung© envfx / Fotolia.com

Illegale Downloads sind Diebstahl: So sehen es zumindest viele Vertreter der Medienindustrie, wie auch James Murdoch, Sohn und Thronfolger des News Corp.-Chefs Rupert Murdoch. Doch einer aktuellen Studie zufolge, ist es noch viel schlimmer: Internet-Piraterie vernichtet gnadenlos Millionen von Arbeitsplätzen allein in der Europäischen Union.

1,2 Millionen Jobs gefährdet

Die britische Zeitung "Guardian" berichtet von einer aktuellen Studie der französischen Marktforscher Tera Consultans, die im Auftrag der Internationalen Handelskammer die "Bedeutung des Erhalts von Arbeitsplätzen in den kreativen Branchen der EU" untersucht. Demzufolge seien 1,2 Millionen Jobs in der EU gefährdet, wenn die illegalen Downloads unverändert blieben und dadurch in den nächsten fünf Jahren 240 Milliarden Euro an möglichen Einnahmen fehlten. Hierbei geht die Studie wie in den meisten Fällen davon aus, dass ohne illegale Beschaffungswege die gleichen Umsätze generiert worden wären, was sehr umstritten ist.

Die Kreativindustrie inklusive Hardware-Hersteller und Logistik beschäftige mit einem Anteil von 6,5 Prozent rund 14 Millionen Menschen in den 27 Staaten der EU und steuerte so rund 860 Milliarden Euro (7 Prozent) zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Union im Jahr 2008 bei. In den Kernbereichen Film, Musik, Publishing und Werbung seien es immerhin 4,5 Prozent des europäischen BIP, so die Studie. Allein in jenem Jahr hätten die am stärksten von der Piraterie betroffenen Industrien - Musik, Film, TV-Serien und Software - rund 10 Milliarden an Umsatz im Einzelhandel verloren, was zum Verlust von 185.000 Arbeitsplätzen geführt habe.

Schärferes Vorgehen gegen Piraterie

Um dem Schreckenszenario von Millionen neuer Arbeitsloser in der Kreativwirtschaft zu entgehen, fordern europäische Gewerkschaften und Industrie laut "Guardian" wieder ein schärferes Vorgehen gegen P2P-Filesharing, illegales Datenkopieren und Webseiten, die urheberrechtlich geschütztes Material speichern und verbreiten.

(Michael Posdziech)

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