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Grundschüler nutzen das Internet trotz Gefahren

71 Prozent der Grundschüler surft laut einer BITKOM-Untersuchung regelmäßig im Netz. Die sozialen Netzwerke fördern die Kreativität, Familienministerin von der Leyen fordert aber auch verstärkten Jugendschutz.

07.07.2009, 16:46 Uhr (Quelle: DPA)
Welt© Julien Eichinger / Fotolia.com

Fast drei von vier Grundschülern surfen regelmäßig im Internet. "Ab elf Jahren nutzt es praktisch jedes Kind", sagte der Präsident des Branchenverbands BITKOM, August-Wilhelm Scheer, bei der Vorstellung einer neuen Studie am Dienstag in Berlin. Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) lobte die Chancen für die Entwicklung der Kinder, forderte aber auch verstärkten Schutz etwa vor Gewalt- oder Sexseiten.
90 Prozent nutzen soziale Netzwerke
Für 71 Prozent der Grundschüler gehört das Netz zum Alltag. Besonders soziale Netzwerke wie SchülerVZ oder Facebook würden von Kindern und Jugendlichen intensiv genutzt, betonte Scheer. 90 Prozent von ihnen besuchten regelmäßig ein solches Portal, jeder zweite stellt Fotos ins Netz. Im Auftrag des Verbandes hatte die ARIS Umfrageforschung 1.000 Teilnehmer befragt. Insgesamt nutzten nur 30 Prozent der Deutschen ein "social network".
Das Internet fördert die Kreativität der Kinder
"49 Prozent der acht- bis 17-Jährigen haben ein eigenes Online-Profil", sagte von der Leyen. Das Internet sei im Leben der Kinder selbstverständlich. Im Schnitt habe ein junger Nutzer etwa 100 Online-Bekanntschaften. "Das sind enorme Chancen", betonte von der Leyen. Die Portale förderten den Austausch der Kinder untereinander und Kreativität, da sie ihre Internet-Auftritte selber gestalten müssten.
Gleichzeitig lauerten jedoch auch Gefahren, wie das "cyber grooming", sagte die Ministerin. Dabei pirschen sich Erwachsene unter falscher Identität in Chats an Minderjährige heran. Beim "cyber bullying" hänseln, diffamieren und attackieren Jugendliche Gleichaltrige oder Lehrer. Um solchen Gefahren zu begegnen, müssten Eltern, Lehrer und Industrie an einem Strang ziehen.
Eltern wachen über Internetnutzung
"Die Eltern haben den größten Einfluss auf dieses Thema", sagte von der Leyen. Jeder zweite Befragte zwischen sieben und 17 Jahren gab an, nur begrenzt online gehen zu dürfen. 38 Prozent der Eltern sprechen mit ihren Kindern auch über deren Erfahrungen im Internet. Und jedes vierte Elternteil setzt spezielle Software etwa zum Schutz vor Gewalt- oder Sexseiten ein.
von der Leyen: neue Aktionsplattform für mehr Jugendschutz
Knapp ein Drittel der Eltern glaubt jedoch, die Web-Aktivitäten ihrer Kinder nicht kontrollieren zu können. "Sie haben ein gewisses Ohnmachtsgefühl", sagte von der Leyen. Grundschüler müssten mehr Gelegenheit bekommen, in ihrer Schule in einem geschlossenen Netz (Intranet) den Umgang mit dem Internet zu erlernen. Von der Leyen kündigte an, mit der Wirtschaft und Anbietern von sozialen Netzwerken eine Aktionsplattform zu entwickeln, um neue Lösungen zum Schutz der Minderjährigen zu finden.

(Jörg Schamberg)

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