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Groupon trickst und wird dafür verklagt

Ein Anteilseigner fühlt sich vom Management verschaukelt und um sein Geld gebracht, weil der Kurs im Keller ist. Auch eine Sammelklage ist denkbar.

04.04.2012, 15:01 Uhr (Quelle: DPA)
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Die Korrekturen der eigenen Bilanzen haben ein Nachspiel für die Schnäppchen-Website Groupon: Ein Anteilseigner fühlt sich vom Management verschaukelt und um sein Geld gebracht, weil der Kurs im Keller ist. Fan Zhang hat deshalb vor dem Bezirksgericht von Chicago Klage eingereicht (PDF) und fordert Schadenersatz in ungenannter Höhe. Groupon selbst äußerte sich nicht.

Keine lupenreinen Geschäftszahlen

Groupon hatte vor dem Börsengang im November seine im Prospekt veröffentlichten Geschäftszahlen auf Druck der Börsenaufsicht SEC gleich mehrfach berichtigen müssen - das Unternehmen hatte sich nach Meinung der Finanzwächter zu gut dargestellt. So führte Groupon den gesamten Wert eines Rabattgutscheins in seinem Umsatz auf und nicht nur die erhaltene Kommission. Überdies klammerte das Unternehmen bei einer Gewinnzahl die hohen Marketingkosten schlicht aus.

Hier setzt die Klage von Zhang an: Er wirft dem Groupon-Management vor, mit den geschönten Zahlen die Nachfrage nach den Aktien angeheizt zu haben. Das Papier wurde zu 20 Dollar ausgegeben, stieg in der Spitze auf einen Schlusskurs von 26,19 Dollar, brach dann aber ein. Im vorbörslichen Handel am Mittwoch fiel die Aktie unter 15 Dollar und damit auf ein neues Allzeittief.

Sammelklage angestrebt

"Groupons interne Kontrollen waren so ärmlich und unzureichend, dass Groupons veröffentliche Zahlen nicht verlässlich waren", heißt es in der Klage. Das Brisante an dem juristischen Schritt: Zhang strebt den Status einer Sammelklage an, womit er dann auch für andere Aktionäre kämpfen würde. Das wiederum triebe einen möglichen Schadenersatz in die Höhe.

Bei Groupon können Unternehmen Rabatt-Coupons für ihr Geschäft anbieten. Der Deal kommt zustande, wenn eine bestimmte Anzahl von Interessenten zuschlägt. Die Website selbst behält typischerweise rund die Hälfte des Gutschein-Werts als Kommission. Kritiker zweifeln schon lange daran, dass dieses Modell funktionieren kann: Eine jüngste Korrektur der letzten Quartalszahlen hat diese Zweifel noch bestärkt.

(Hayo Lücke)

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