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Große Sorge bei HP - Geheimnisverrat befürchtet

Der weltgrößte Computerhersteller Hewlett-Packard befürchtet, dass der konkurrierende Softwarekonzern Oracle durch den unrühmlich davongejagten Hurd an brisante Firmengeheimnisse gelangen könnte.

08.09.2010, 08:26 Uhr (Quelle: DPA)
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Der Wechsel des geschassten HP-Chefs Mark Hurd zu Oracle sorgt für Zoff. Der weltgrößte Computerhersteller Hewlett-Packard befürchtet, dass der konkurrierende Softwarekonzern durch den unrühmlich davongejagten Hurd an brisante Firmengeheimnisse gelangen könnte. Aus dieser Sorge heraus hat HP seine ehemalige Nummer eins am Dienstag verklagt - nur wenige Stunden nachdem Hurd seinen neuen Job als einer von zwei Präsidenten bei Oracle angetreten hatte.

HP will alle Register ziehen

Hurd habe Geheimhaltungserklärungen unterschrieben, ließ HP in einem Firmenblog wissen. "HP beabsichtigt, diese Vereinbarungen auch durchzusetzen." Zuletzt hatte Hurd sich vor einem Monat vertraglich zur Verschwiegenheit verpflichtet, als er HP wegen falscher Spesenabrechnungen und der Liaison mit einer externen Mitarbeiterin verlassen musste. Im Gegenzug bekam er ein stattliches Abfindungspaket im Wert von um die 35 Millionen Dollar.

Die beiden Konzerne bekriegen sich bei Großrechnern, wie sie in Firmen oder im Internet eingesetzt werden. Oracle, eigentlich der Erzrivale des deutschen Unternehmenssoftware-Herstellers SAP, hatte den Server-Spezialisten Sun übernommen und war damit auch ins Hardwaregeschäft eingestiegen. Oracle-Chef Larry Ellison machte keinen Hehl daraus, dass er Hurd gerade wegen dessen Erfahrung im Computergeschäft geholt hat.

Börse lobt Hurds Einstellung

Die Oracle-Präsidenten führen maßgeblich das Tagesgeschäft, aus dem sich der 66-jährige Firmengründer Ellison weitgehend zurückgezogen hat. "Es gibt keine Führungskraft in der IT-Welt mit mehr einschlägiger Erfahrung als Mark", lobte Ellison. Die Börsianer sahen das genauso: Die Aktie sprang im Tagesverlauf um mehr als 6 Prozent hoch.

Hurd gilt als einer der besten Manager in der Technologiebranche. Der 53-Jährige hatte Hewlett-Packard durch Zukäufe im hochprofitablen Servicegeschäft massiv vergrößert und damit das Unternehmen fast schadlos durch die Wirtschaftskrise gesteuert. Seine gleichzeitige Berufung in den wichtigen Verwaltungsrat von Oracle befeuerte sogleich Spekulationen, Hurd könne eines Tages an die Spitze des IT-Giganten vorrücken und Ellison beerben.

Die Klage, die HP am Dienstag vor einem Gericht im kalifornischen Santa Clara einreichte, hat auch eine persönliche Note: Ellison gilt als guter Freund von Hurd und hatte den Rauswurf des Managers öffentlich kritisiert. "Das war die dümmste Personalentscheidung, seitdem die Idioten im Apple-Verwaltungsrat vor vielen Jahren Steve Jobs gefeuert haben", schrieb der für seine Verbalattacken bekannte Ellison Anfang August in einer E-Mail an die "New York Times".

(Hayo Lücke)

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