Glasfaserausbau

Größtes Breitbandförderprojekt startet in Sachsen-Anhalt

In der Altmark in Sachsen-Anhalt sollen Zehntausende Haushalte dank des bislang größten öffentlichen Breitbandförderprojekts mit Glasfaser versorgt werden. Bundesverkehrsminister Scheuer stellt das Projekt vor.

Jörg Schamberg, 06.07.2020, 10:02 Uhr (Quelle: DPA)
Kabeltrommel© Maimento / Fotolia.com

Im Norden Sachsen-Anhalt startet der Aufbau des größten Breitbandprojekts, das öffentlich gefördert wird. In der dünn besiedelten Altmark, die zwei Mal so groß ist wie das Saarland, sollen durch die Fördermittel in den nächsten Jahren Zehntausende Haushalte an ultraschnelles Glasfaser angeschlossen werden. Dafür sollen mehr als 2.300 Kilometer Kabel verlegt werden. Details zum Projekt sollen am Montag (14.00 Uhr) in Gardelegen vorgestellt werden. Dafür reisen unter anderem auch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer(CSU) und Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) an, um sich über das Projekt zu informieren.

Sachsen-Anhalt auf vorletztem Platz beim Breitbandausbau

Sachsen-Anhalt hat großen Nachholbedarf beim Breitbandausbau und liegt im Ländervergleich derzeit auf dem vorletzten Platz. Laut Breitbandatlas konnten Ende vorigen Jahres 78,5 Prozent der Haushalte in Sachsen-Anhalt Anschlüsse mit Download-Geschwindigkeiten von 50 Megabit pro Sekunde bekommen. Etwas weniger als jeder zehnte hat schon Zugang zum zwanzig Mal schnelleren Gigabit-Netz.

Zum Vergleich: Bundesweit sind 92 Prozent der Haushalte mit Raten von mindestens 50 Megabit pro Sekunde angeschlossen und 43 Prozent haben Zugriff auf einen Gigabit-Anschluss. Die Bundesregierung gab zuletzt das Ziel aus, dass in fünf Jahren alle in Deutschland mit mindestens einem Gigabit pro Sekunde surfen können. Wo die privaten Telekommunikationsanbieter nicht selbst Kabel verlegen, weil es unwirtschaftlich ist, gibt es Fördergelder dazu.

Update vom 6. Juli 2020, 17.15 Uhr: Glasfaseranschlüsse für mehr als 30.000 Haushalte

Der Bund gibt 135 Millionen Euro, damit 2.300 Kilometer Glasfaserkabel in der dünn besiedelten Altmark verlegt werden können, wie Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer am Montag in Gardelegen sagte. Damit könnten mehr als 30.000 Haushalte, fast 3.000 Unternehmen und fast 800 Institutionen mit einem schnellen Anschluss versorgt werden. Die vielfältige Internetwelt solle nicht nur in Berlin-Mitte verfügbar sein, sondern auch im ländlichen Raum, sagte Scheuer. Es gehe auch um die Mobilität der Zukunft sowie die Chancen der Telemedizin. "Wer heute Glasfaser hat, wird morgen 5G haben."

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