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Grimme entdeckt das Internet

Mit den Grimme Online Awards 2006 ehrt das Grimme Institut überwiegend unabhängige Online-Projekte.

06.06.2006, 07:54 Uhr
Internetnutzung© adam36 / Fotolia.com

Mit den am Freitag vergangener Woche verliehenen Grimme Online Awards ehrte das Grimme Institut überwiegend unabhängige Online-Projekte. Zu den großen Gewinnern gehört das Team von "Ehrensenf", das neben einem Preis in der Kategorie Kultur und Unterhaltung auch den Intel Publikumspreis einheimsen konnte.
Die Blogger kommen
"Ehrensenf zeigt, wie ein originäres Internetformat aussehen kann, das die Möglichkeiten des Mediums virtuos nutzt", heißt es in der Begründung der Jury. Ein weiterer Preis in der Kategorie ging an die kollaborative "Riesenmaschine", deren weltweites Korrespondentennetz das Thema Fortschritt mit Texten behandelt, "die zum Formidabelsten und Unterhaltsamsten gehören, das im deutschsprachigen Netz zu finden ist".
Den Grimme Online Award Spezial verlieh die unter anderem mit Blogger Mario Sixtus und Focus-Online-Chef Jochen Wegner besetzte Jury an Johnny Haeuslers Blog "Spreeblick". Der Berliner Blogger wurde so mit dem gleichen Preis bedacht wie vor ihm schon "Spiegel Online". Wie passend: Schließlich ist das Online-Schlachtschiff des Hamburger Nachrichtenmagazins nach Ansicht seines Chefredakteures Mathias Müller von Blumencron auch ein Blog, das "Spiegel" heißt.
Das Netz ist groß
Die Preise für Informationsangebote gingen an das Jugend-Magazin der Süddeutschen Zeitung, "jetzt.de", und das Portal "iRights.info". Das von einem Verein getragene Angebot hat sich zu Aufgabe gemacht, Konsumenten und Anbieter über die komplizierte Urheberrechtslage und die damit verbundenen Herausforderungen der neuen Medienwelt aufzuklären. Für "jetzt.de" ist es nach 2002 bereits der zweite Grimme Online Award.
In der Kategorie "Wissen und Bildung" gingen die Auszeichnungen an "Blinde Kuh", eine Suchmaschine für Kinder, und "worldtrip.tv", eine interaktive Reisereportage unter dem Dach von Spiegel Online.
Die Entscheidungen der Jury festigen einen Trend, der sich mit den Preisverleihungen der Jahrgänge 2004 und 2005 bereits zart anzudeuten schien. Das Grimme Institut hat entdeckt, dass es ein Internet jenseits der klassischen Medien gibt. Zwar waren die aufwändigen (weil finanziell vergleichsweise gut ausgestatteten) Angebote der öffentlichen rechtlichen Rundfunkanstalten wieder zahlreich nominiert, gingen dieses Jahr aber leer aus. Mit "jetzt.de" und dem beim Spiegel beheimateten "worldtrip.tv" haben nur zwei Preisträger ein etabliertes Medium im Rücken.

(Volker Briegleb)

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