News

Gravierende Abrechnungspanne bei time2surf

Update: time2surf räumt Abrechnungsfehler offizielll ein. Eine Gutschrift soll mit einer der nächsten Rechnungen automatisch erfolgen.

17.02.2006, 12:37 Uhr
ISDN© Daniel Kühne / Fotolia.com

Wieder mal macht ein Provider mit überhöhten Rechnungen auf sich aufmerksam. Wer dachte, er sei bei time2surf vor den in jüngster Vergangenheit häufiger auftretenden Abrechnungsfehlern sicher, hat sich geirrt. Nun sind nämlich auch viele Kunden von time2surf betroffen.
Teurer Surfspaß
Eigentlich sollten die Tarife Flash 5, 6, 9 und 10 laut Pressemitteilung erst zum 24. Januar 2006 auf eine neue Zeitstruktur umgestellt werden. Zahlreichen Kunden wurde allerdings ausgerechnet am 23. Januar ein nicht unerheblicher Betrag berechnet. Nur ein Zufall?
onlinekosten.de liegen dazu die entsprechenden Einzelverbindungsnachweise vor. Aus diesen geht hervor, dass zumindest Flash 9 und 10 einen Tag zu früh zu den neuen Konditionen abgerechnet wurden. Das führte bei vielen Rechnungen zu Fehlbeträgen, Kunden sahen sich mit unberechtigte Forderungen von bis zu 50 Euro konfrontiert.
6,99 Cent pro Minute!
Der Provider berechnete statt den günstigen Minutenpreisen satte 6,99 Cent pro Minute. Wer also davon ausging, zu den noch am 23.01. eigentlich gültigen, günstigen Preisen zu surfen,wurde von einer deutlich überhöhten Telefonrechnung überrascht. Ob auch die Tarife Flash 5 und 6 von der Abrechnungspanne betroffen sind, wollte time2surf uns nicht sagen.
Generell ging der Anbieter jeder Stellungnahme aus dem Weg und reagierte nicht auf die Anfragen der Redaktion. Darüber hinaus haben uns verschiedene User berichtet, dass time2surf auch auf E-Mails und Telefonate der Kunden nicht reagierte. Kundenservice kann man das beileibe nicht nennen. Was time2surf wohl mit diesem fragwürdigen Geschäftsgebaren bewirken möchte? In Branchenkreisen wird hinter vorgehaltener Hand gemunkelt, dass einige Billig-Provider mit Absicht nicht auf Anfragen von unabhängigen Online-Magazinen antworten, die einen Tarifvergleich anbieten. Der damit drohende Rausschmiss aus der Datenbank würde in Kauf genommen: Immerhin dürften Services wie der Tarif-Agent von onlinekosten.de den unseriösen Anbietern nicht unerhebliche Umsatzeinbußen bescheren.
Falschwahl erwünscht
Im Klartext bedeutet das: Manche Labels wollen offenbar, dass ihre Kunden in die Kostenfalle tappen. So finanzieren sich Dumping-Tarife auch und vor allem über versehentliche Einwahlen in teuren Zeitzonen. Anbieter von Tariftabellen und seriösen Least-Cost-Routern versuchen dem mit ihren Informationen so weit wie möglich entgegenzuwirken.
onlinekosten.de rät allen betroffenen Nutzern, Telefonrechnung und Einzelverbindungsübersicht genau auf Fehler zu prüfen. Letztere erhält man nach einer Anmeldung unter yellex.com. Über Yellex kann man die Einzelverbindungen verschiedener Provider einsehen, darunter auch time2surf.
Unbedingt Widerspruch einlegen
Wer Ungereimtheiten feststellt, sollte sowohl beim Abrechnungsdienstleister als auch bei time2surf Widerspruch einlegen und die Rechnung um den zu Unrecht verlangten Betrag kürzen. Der Telekom sollte vorher Bescheid gegeben werden, welchen Provider die Kürzung betrifft.
Jene Kunden sollten sich darüber hinaus genau überlegen, ob sie time2surf und die damit verbundenen Labels Cybergate, WallaOnline und Ecosmos weiterhin nutzen und damit ein Abrechnungsrisiko eingehen wollen. Update: Stellungnahme
Wie time2surf onlinekosten.de nun mitteilte, habe eine Prüfung des Vorfalls ergeben, dass es sich hier um einen Rating-Fehler handelte bzw. das Datum leider falsch eingestellt worden sei. Dadurch kam es zu einem Rating-Fehler bei der Auswertung der Abrechnung. Dieser sei nun aber behoben worden. In einer der nächsten Rechnungsläufe sollen die betroffenen Kunden nach Angaben von time2surf zudem eine automatische Gutschrift erhalten.
Warum man erst nach circa einer Woche auf unsere Anfragen reagierte, erklärt der Provider mit einer "Verkettung von Umständen": Urlaub, Krankheit und ein nicht funktionierendes Routing der E-Mail-Accounts. Wieso auch telefonisch keiner zu erreichen war, erklärt dies allerdings nicht wirklich.

(Tobias Capangil)

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang