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Gratis-WLAN in Berlin: Und noch ein Versuch

Vor sieben Jahren hat der Berliner Senat beschlossen, innerhalb des S-Bahn-Rings einen kostenlosen Internetzugang per WLAN anzubieten. Seitdem sind alle Versuche gescheitert. Im Juni soll ein neuer starten.

26.05.2014, 11:31 Uhr
Paar mit Laptop© Syda Productions / Fotolia.com

Vor sieben Jahren hat der Berliner Senat beschlossen, innerhalb des S-Bahn-Rings einen kostenlosen Internetzugang per WLAN anzubieten. Seitdem sind alle Versuche gescheitert. Mit den Resten des letzten Testlaufs möchte Staatssekretär Björn Böhning nun im Juni einen neuen Versuch starten. Dies berichtet die Berliner Morgenpost.

Stadt will bestimmen, aber nicht zahlen

Zuletzt hatte der Berliner Senat versucht, mehrere Anbieter zur Zusammenarbeit zu bewegen. Es sollte eine offene Plattform mit Segen der Stadtregierung werden. Gefordert wurden 30 Gratis-Minuten für alle Bürger und Besucher der Stadt. Aber außer den Regeln wollte der Senat nichts beisteuern – erst recht kein Geld.

Von neun Anbieter sind laut Bericht nur drei übrig geblieben. Mit denen will Böhning nun anscheinend weitermachen. Im Juni soll ein neues Konzept vorgestellt werden. Nach Zählung der Berliner Morgenpost ist es dann schon der dritte Versuch in sieben Jahren, aber tatsächlich gab es immer wieder neue Initiativen, die alle nach und nach gescheitert sind.

Jetzt sei das Problem die Finanzierung. Die Technik-Partner sollen die WLAN-Antennen in der Stadt aufbauen und anschließen, den Nutzern darüber hinaus noch dreißig Freiminuten pro Tag zur Verfügung stellen. Erst wenn einer dann für die weitere Nutzung zahlt, profitieren die Anbieter davon. So ist das aber nichts geworden.

Behörden bremsen, kommerzielle Anbieter bauen aus

Bislang war das Gratis-WLAN in Berlin immer am Behörden-Hickhack um Standorte und Genehmigungen gescheitert. Der Wirtschaftssenator wollte die WLAN-Antennen auf den Ampeln installieren, die Verwaltung für Stadtentwicklung lehnt dies jedoch ab. Schließlich wurde die Zuständigkeit in die Senatskanzlei geholt. Das Ergebnis ist jedoch das gleiche. Kostenfreie WLAN-Zugänge in der Innenstadt gibt es nicht.

Ganz so stimmt das aber nicht. Denn Telekom, Kabel Deutschland, The Cloud und die an den Verhandlungen mit dem Senat beteiligte Wall AG bauen ihr WLAN-Netz weiter aus. Zumindest die eigenen Kunden können dann dort kostenlos im Internet surfen. Kabel Deutschland ermöglicht sogar allen Nutzern 30 Minuten täglich die kostenfreie Nutzung seiner öffentlichen Hotspots.

Zusätzlich gibt es noch zahlreiche Standorte der Freifunk-Initative innerhalb des Berliner S-Bahn-Rings – sogar an öffentlichen Gebäuden wie den Rathäusern in Kreuzberg und in Neukölln.

(Peter Giesecke)

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