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Gratis-Software: Bildbearbeitung mit Gimp

Die Redaktion stellt kostenlose Programme vor: Teil 1 ist das Bildbearbeitungsprogramm Gimp – eine Alternative zum teuren Photoshop von Adobe.

27.02.2009, 18:16 Uhr
Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com

Grafiker, Web-Designer und andere Nutzer, die hohe Ansprüche an ein Bildbearbeitungsprogramm stellen, kommen kaum um Adobes Photoshop herum – die Software ist im Profi-Bereich Marktführer. Das Programm steht mittlerweile in Version CS4 bereit und bietet unzählige Funktionen. Günstig ist der Spaß natürlich nicht: Rund 1.000 Euro verlangt Adobe für die reguläre Version, bei der Extended-Variante schrumpft der Kontostand um weitere 500 Euro. Auch das abgespeckte Photoshop Elements 7 für Privatnutzer schlägt immerhin noch mit etwa 100 Euro zu Buche. Wer sich dies sparen möchte, sollte einen Blick auf das "GNU Image Manipulation Program", kurz Gimp, werfen. Die Redaktion stellt die Software mit dem großäugigen Maskottchen namens Wilber als ersten Teil einer Sammlung von kostenlosen Programmen vor.
Aufteilung in Fenster
Ein Vorteil von Gimp ist, dass das Programm nicht nur auf Windows-Rechnern, sondern auch auf Mac OS X- und Linux-Systemen läuft. Der Hauptunterschied zu anderen Bildbearbeitungsprogrammen fällt schon beim ersten Start auf: Gimp zeigt die verschiedenen Programm-Bestandteile nicht in einem Hauptfenstern, sondern in mehreren kleinen Fenstern an, die der Nutzer nach Belieben verschieben kann. Zugegeben, die Bedienung und das Handling der Einzelteile erscheint anfangs etwas kompliziert, hat man sich daran gewöhnt, geht das Arbeiten aber flott von der Hand. Das "Herz" ist das Werkzeugfenster, über das Gimp auch beendet wird.
Viele Funktionen
Die Zahl der Möglichkeiten reicht zwar nicht ganz an Photoshop heran, Gimp hat dennoch einiges mehr zu bieten als das reine Nachbearbeiten von Fotos, die mit der Digitalkamera aufgenommen wurden. Für diese Zwecke lassen sich zum Beispiel Unebenheiten im Gesicht kaschieren, perspektivische Verzerrungen beheben, die durch eine schief-gehaltene Kamera entstanden sind, oder Farbe, Sättigung und Kontrast verstellen. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Zeichen- und Effekt-Werkzeugen sowie Filter. Mit Gimp lassen sich nicht nur Pfade erstellen, sondern auch verschiedene Ebenen übereinander legen, um umfangreiche Gestaltungen vorzunehmen. Eine Übersicht über die Funktionen gibt es auf der Gimp-Website.
Fazit: Kann viel, kostet nichts
Das Programm unterstützt verschiedene Dateiformate, wie .jpg, .gif, .png und .tiff, auch Photoshop-Dateien können geöffnet und sogar inklusive der Ebenen bearbeitet werden. Mehrteilige Bilder mit Ebenen und Pfaden, die auch nach einem erneuten Öffnen bestehen bleiben sollen, müssen in dem hauseigenen Format .xcf gespeichert werden.
Insgesamt betrachtet, bietet Gimp eine Fülle von Möglichkeiten und lässt sich gut bedienen. Es eignet sich sowohl für kleinere Aufgaben, wie zum Beispiel zum Ändern der Bildgröße oder zum Zuschneiden, als auch für aufwendigere Arbeiten. Es ist eines der besten Beispiele für freie Software, die keinen Vergleich zu den kommerziellen Programmen scheuen muss: eine ganz klare Empfehlung. Eine sehr umfangreiche, deutschsprachige Dokumentation findet sich im Internet unter docs.gimp.org/de.

(Marcel Petritz und Saskia Brintrup)

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