News

Grafikkarten-Spezialist Nvidia verspielt sich

Statt teuren Highend-Grafikkarten landeten vermehrt günstige Modelle oder PCs mit Onboardchip in den Warenkörben der Nutzer, vor allem in Europa und Asien liefen die Geschäfte laut Nvidia schleppend.

13.08.2010, 08:47 Uhr (Quelle: DPA)
Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com

Der Grafikkarten-Spezialist Nvidia ist nach einem starken Jahresauftakt im zweiten Geschäftsquartal (1. August) wieder tief in die roten Zahlen gestürzt. Ein technischer Fehler aus der Vergangenheit hat den Hersteller eingeholt. Nicht zuletzt deshalb verlor Nvidia 141 Millionen Dollar (110 Mio Euro), wie das Unternehmen am Donnerstag berichtete. Selbst im krisengezeichneten Vorjahreszeitraum hatte das Minus lediglich bei 105 Millionen Dollar gelegen.

Onboardchip statt Karte

Die Altlast stammt aus dem Jahr 2008: Ein Materialfehler hatte bei hohen Temperaturen die Chips in Notebooks lahmgelegt. Für die Beseitigung des Fehlers und eine laufende Schadenersatzklage legte Nvidia nun knapp 194 Millionen Dollar zurück. Vor zwei Jahren hatte der Konzern schon einmal soviel Geld aufgewendet - und versprochen, dass das Problem damit aus der Welt sei. Auch ein schleppend laufendes Geschäft in Europa und Asien wurde Nvidia zum Verhängnis. Die Kunden griffen vermehrt zu billigen Grafikkarten oder Computern mit integrierter Grafik. Der Umsatz lag mit 811 Millionen Dollar um magere 5 Prozent über Vorjahr. Wegen des Booms zu Jahresbeginn quellen nun die Lager über - Nvidia muss die teure Hardware abschreiben.

Das Unternehmen hatte bereits vor dem Rückschlag gewarnt. Bis dahin hatte es so ausgesehen, als ob der Aufschwung in der Computerbranche auch Nvidia zu neuen Höhen führt. Der Konzern hatte nach roten Zahlen im Krisenjahr 2009 im ersten Quartal wieder ordentliche Gewinne geschrieben und wollte den guten Lauf eigentlich fortsetzen.

(Saskia Brintrup)

Kommentieren Forum
Zum Seitenanfang