News

GPS-Bilderdienst Zurfer im Beta-Test

Yahoo setzt zunehmend auf den mobilen Einsatz von so genannten Web 2.0-Diensten. Handybesitzer sollen sich über Zurfer Fotos mit lokalem Bezug aus dem Bilderdienst Flickr anzeigen lassen.

18.06.2007, 13:31 Uhr
Paar mit Laptop© Syda Productions / Fotolia.com

GPS-Daten kennt man bisher in erster Linie für die Bestimmung des Aufenthaltsortes bei Navigationsgeräten. Die Software-Entwickler von Yahoo haben nun eine weitere Variante auf den Weg gebracht. Die neue Web 2.0-Anwendung namens Zurfer soll Besitzern von mobilen Endgeräten Bilder mit lokalem Bezug aus dem Yahoo-Bilderdienst Flickr anzeigen.
GPS-Daten nachträglich angeben
Zurfer zeigt auf Basis der GPS-Informationen eines Nutzers alle Fotos an, die mit Geodaten hinterlegt wurden und sich im jeweiligen Umkreis befinden. Bisher sind das nur wenige Bilder, da kaum ein Handy mit eingebauter Kamera über GPS verfügt und die entsprechenden Datenfelder ausfüllen kann.
Abhilfe schaffen diverse Online-Angebote, die es möglich machen, Fotos mit Hilfe von Kartenmaterial nachträglich mit den "Geotagging"-Daten zu versehen. Wichtig sind beispielsweise die Angaben zum Längen- und Breitengrad. Zurfer macht Sinn, wenn man um Sehenswürdigkeiten oder bestimmte historische Orte aufzusuchen möchte, die man zuvor noch auf dem Handy gesehen hat. Nach Angaben des Yahoo-Forschungslabors wurden die Tests mit den Nokia Smartphones N95, N80, N73, 6682 und N70 durchgeführt. Jedoch soll Zurfer auf den meisten Nokia 60 v2 und v3-Geräten sowie dem Motorola RAZR V3x funktionieren. Für alle anderen Geräte hofft Yahoo auf Erfahrungsberichte von experimentierfreudigen Anwendern.
Die Software steht unter zum Download bereit. Für die Zurfer-Nutzung werden ein Account bei ZoneTag und bem Bilderdienst Flickr benötigt. ZoneTag stammt ebenfalls aus dem Hause Yahoo und ergänzt Fotos, die mit einem Handy aufgenommen wurden, automatisch um einen Code mit geografischen Daten. ZoneTag vergleicht die Standortinformationen des GPS- beziehungsweise Fotohandys mit Bildern aus der Umgebung.
Datenflatrate empfohlen
Nicht in Vergessenheit geraten sollten die erheblichen Datenmengen, die durch die Nutzung von Zurfer auf mobilen Endgeräten anfallen. Denn es können nicht nur Bilder geladen, sondern auch eigene Aufnahmen der Flickr-Community zur Verfügung gestellt werden. Eine mobile Datenflatrate zahlt sich in jedem Fall aus, Volumentarife mit einem beschränkten Inklusivtraffic sind beim mobilen Bildertransfer schnell aufgebraucht. Je nach Anbieter und Tarif wird die darüber hinaus gehende Datenmenge nach Megabyte oder Gigabyte abgerechnet. Einige Netzbetreiber tolerieren durch Fair-Flat-Regelungen zwar eine vorübergehende Überschreitung des Inklusivvolumens um etwa zehn Prozent, doch spätestens danach kann es sehr teuer werden.
Yahoo in der Kritik
Yahoo steht derzeit aber wegen der Zensur seines am vergangenen Dienstag gestarteten deutschen Flickr-Ableger in der Kritik. Am Freitag verteidigte Yahoo die Entscheidung, zahlreiche Aufnahmen bei Flickr.de zu sperren. Mit diesen Einschränkungen entspreche man der deutschen Gesetzgebung. Man sei aber um eine baldige Lösung bemüht. Flickr zählt mehr als vier Millionen Nutzer und umfasst mehr als 240 Millionen Bilder. Derzeit werden lediglich die als sicher eingestuften Bilder in der deutschen Version gezeigt. Alle anderen Bilder sind gesperrt. In den USA kann ein ähnlicher Filter optional ausgeschaltet werden.

(Stefan Hagedorn)

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang