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Google zensiert eigenen Suchdienst

Über die neue chinesische Google-Suchmaschine werden einzelne Inhalte gar nicht oder nur zensiert angezeigt. Etwa dann wenn Informationen zur Unabhängigkeit Taiwans gesucht werden.

25.01.2006, 15:31 Uhr
Google© Google

Mit Zugeständnissen an die chinesischen Zensurbestimmungen startet das US-Unternehmen Google seine Internet-Suchmaschine für Nutzer in der Volksrepublik. In einer Erklärung räumte das Unternehmen ein, bei den Suchergebnisse auf google.cn "einige Inhaltspunkte in Übereinstimmung mit örtlichen Gesetzen, Regulierungen oder Leitlinien zu entfernen". Dies sei nötig, um "von China aus zu operieren".
Muss sein!?
Google sei sich bewusst, dass überall auf der Welt der Informationszugang reguiert oder beschränkt werde. Das Unternehmen müsse sich dabei an die jeweils geltende Rechtslage halten. Auf der neuen Seite werden bei politisch heiklen Suchwörtern zunächst keine Ergebnisse angezeigt.
Bei der Suche nach der in China verbotenen Falungong-Sekte oder Schlagwörtern wie "Unabhängigkeit Taiwans" und "Menschenrechte" zeigte der chinesische Suchdienst Links zu Seiten an, die die offiziellen Positionen Pekings unterstützen. Google kündigte an, seine E-Mail- und Blog-Dienste in China erst anzubieten, wenn ein "Gleichgewicht" mit den Zensurbestimmungen hergestellt sei.
Google in der Kritik
Menschenrechtsorganisationen kritisierten, dass Google die chinesischen Zensurbestimmungen einfach hinnehme. Die Organisation Reporter ohne Grenzen sprach angesichts des Google-Engagements von "einem schwarzen Tag für die Meinungsfreiheit in China". Chinas Internet werde immer mehr von der Außenwelt isoliert.
Angelockt von Chinas boomendem Online-Markt hatten sich zuvor auch andere US-Internetanbieter den Zensurbestimmungen des Landes gebeugt. Microsoft einigte sich im Januar mit der chinesischen Regierung darauf, eine Blogger-Seite aus dem Angebot zu nehmen. Google-Konkurrent Yahoo geriet im vergangenen Jahr in die Kritik von Menschenrechtlern, nachdem er Informationen über den Email-Zugang des chinesischen Journalisten Shi Tao herausgegeben hatte, mit denen Peking ihn ins Gefängnis brachte.

(Hayo Lücke)

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