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Google zeigt erste Bilder des Handy-OS Android

Android ist ein multifunktionales Betriebssystem mit Erfolgsgarantie – und ganz nebenbei auch noch ein hübsch anzuschauender Displayschmeichler.

14.11.2007, 13:54 Uhr
Google© Google

Langsam wird es ernst für Apple und all die anderen Handyhersteller, die sich bei der Entwicklung ihrer Betriebssysteme meist auf das eigene Haus verlassen. Google hat heute eine Vorab-Version der freien Handy-Plattform "Android" vorgestellt, ein Gemeinschaftsprojekt des Internetriesen mit dreißig Partnern aus dem Mobilfunksektor, darunter Motorola, Intel, LG, o2 und T-Mobile. Die Präsentation bestätigt den ersten Eindruck: Obwohl erst wenige Wochen alt, ist Android bereits jetzt ein multifunktionales Betriebssystem mit Erfolgsgarantie – und ganz nebenbei auch noch ein schön anzuschauender Displayschmeichler.


Alltagstauglicher Allrounder
Von einem neuen Handy-Betriebssystem wird erwartet, dass es die Nutzer zu mehr befähigt, als einfach nur zu telefonieren. Das macht Google-Gründer Sergey Brin schon zu Beginn der Android-Präsentation deutlich. Deshalb wartet bereits der Prototyp der Open Source-Plattform mit einer Reihe nützlicher Anwendungen auf, die das Leben leichter machen sollen. Beispielsweise ist ein komfortabler Instant Messaging-Client für den kleinen Chat zwischendurch enthalten. Eingehende Nachrichten werden durch ein Symbol am oberen Display-Rand angezeigt, ein Knopfdruck genügt und ein entsprechendes Antwortfenster wird eingeblendet. Die im Telefon- und Adressbuch gespeicherten Informationen dienen nicht alleine zum Aufbau von Gesprächen, sondern können anwendungsübergreifend per Tastendruck direkt in den Kartendienst Google Maps importiert werden: praktisch, wenn man schnelle Orientierung in einer fremden Stadt sucht. Natürlich ließ es sich Google dabei nicht nehmen, gleich die Panoramaansicht Street-View in die Applikation zu integrieren. Androids Stärken treten vor allem im visuellen Bereich in den Vordergrund. Der rahmenlose Google-Browser zeigt dank flottem 3G-Networking einen schnellen Bildaufbau, bei Bedarf kann der angezeigte Ausschnitt verschoben oder vergrößert werden.
Starke Grafikleistungen
Auch bei der Anzeige der Surf-Chronik haben sich die Entwickler etwas einfallen lassen. Anstatt die bereits besuchten Websites mit schnöden Titelangaben aufzurufen, zeigt der Browser ein schickes und bewegliches Cover-Flow-Bild, wie es Apple-Fans vom iPod kennen. Dass Androids Grafik-Enginge Open GL ES aber noch weit mehr kann, zeigt Google-Entwickler Steve Horowitz anhand eines kleinen Ausflugs in die Gaming-Welt: Flüssig und ruckelfrei gleitet der Nutzer durch die Gänge des Ego-Shooters Quake.
Zehn Millionen US-Dollar für neue Entwicklungen
Zeitgleich mit der Präsentation von Android hat Google einen Entwickler-Wettbewerb ausgerufen. Zehn Millionen US-Dollar lässt sich der IT-Riese die Ausschreibung kosten. Dafür können Programmierer ab sofort das Software Development Kit (SDK) herunterladen, das die Betriebssysteme Windows XP und Vista, Mac OS (ab Version 10.4.8) und Linux unterstützt. Die Programmsammlung bietet neben den eigentlichen Entwicklungstools auch Beispielprojekte und einen Emulator. Diverse Bibliotheken für die Entwicklung einer Android-Anwendung liegen dem Kit ebenfalls bei. Anfang kommenden Jahres wird eine Jury bei Google dann die besten Beiträge prämieren: Ausschlaggebende Kriterien sind Innovation, Originalität und ein gewisser Standard, der das Leistungsspektrum des Endgerätes voll ausschöpft.

(André Vatter)

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