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Google zahlt für Datenverkehr in Frankreich

Orange-Chef Stephane Richard sagte, dass Google in Zukunft für den Datenverkehr bezahlen werde, den dessen Dienste im eigenen Netz verursachen. Das dürften vor allem YouTube-Videos sein.

21.01.2013, 16:49 Uhr
Google© Google

Auf den großen Kuchen, den Google hauptsächlich mit Werbung verdient, haben es viele abgesehen. Der französische Mobilfunker und Internetprovider Orange bekommt nun ein Stück davon ab. Der Chef des Unternehmens, Stéphane Richard, sagte am Mittwoch dem Fernsehsender BFM Business TV, dass Google in Zukunft für den Datenverkehr bezahlen werde, den dessen Dienste im eigenen Netz verursachen. Dies berichtet die Nachrichtenagentur AFP.

50 Prozent Anteil am Datenverkehr

Richard habe Google zu einem Vertrag drängen können, der Ausgleichszahlungen für den hohen Datenverkehr vorsieht. Im Orange-Netz solle dieser seinen Angaben zufolge bei ungefähr 50 Prozent liegen. Dabei dürfte es sich vor allem um YouTube-Videos handeln. Die Zahl könnte aber dennoch hochgegriffen sein. Das Portal ExtremeTech hatte im April 2012 errechnet, dass 30 Prozent des Datenverkehrs im Internet durch Pornografie versucht werde. Andere Schätzungen gehen höher.

Der Orange-Chef spricht bei dem Abkommen von einem „Gleichgewicht der Kräfte“. Orange hat weltweit 230 Millionen Kunden und die Möglichkeit, Google aus seinen zahlreichen Netzen auszusperren. Die Vereinbarung zeige, wie wichtig es sei, eine wirtschaftliche Größe zu sein.

Hollande drohte mit einer Google-Steuer

Die Zugangsprovider verlangen schon seit Jahren, dass Google sich an den hohen Datenkosten beteilige – gerade auch in Frankreich. Staatspräsident Francois Hollande drohte sogar mit einer Google-Steuer, wenn sich das US-Unternehmen nicht mit den französischen Providern einigen würde. Der Provider Iliad hatte bei seinem Angebot Free kürzlich sogar die Werbung aus dem gesamten Datenverkehr gefiltert. Davon war auch Google betroffen. Die Regierung stoppte dies jedoch. Auch Orange-Chef Richard kritisierte diese Vorgehensweise.

In Deutschland sind es vor allem die Medienverlage, die von Google Geld verlangen. Erst kürzlich trat ein Leistungsschutzrecht in Kraft. Unklar ist allerdings noch, welche Summen in Zukunft von wem an wen fließen werden. Auch Orange-Chef Richard nannte auf Nachfrage keine Summe, die Google nun bezahlen müsse.

(Peter Giesecke)

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