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Google: Wirbel in Frankreich um digitale Bücher

Die französische Nationalbibliothek hat mit Google Gespräche über die Digitalisierung ihrer Bestände von rechtefreien Büchern geführt.

20.08.2009, 17:31 Uhr (Quelle: DPA)
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Gespräche der französischen Nationalbibliothek (BnF) mit Google über die Digitalisierung von Büchern haben in Frankreich für erheblichen Wirbel gesorgt. Große Verlage warnten davor, urheberrechtlich geschützte Werke frei zugänglich ins Internet zu stellen. "Die BnF legt Wert auf die Präzisierung, dass sie kein Abkommen mit Google über die Digitalisierung ihrer Bestände getroffen hat", erklärte die Bibliothek de France am Donnerstag. Eine "private Partnerschaft" sei aber "niemals ausgeschlossen" worden, um "freien Zugang zu ausschließlich rechtefreien Büchern" zu schaffen.
Digitalisierung als Kulturförderung
Die BnF hat ein eigenes Programm zur Digitalisierung ihrer Bestände laufen. Drei Jahre lang werden jährlich 100.000 Bücher sowie zahlreiche seltene Drucke und Manuskripte verarbeitet. Die digitalisierten Werke werden über die französische Internetseite Gallica und ihr europäisches Gegenstück Europeana zugänglich gemacht. Kulturminister Frédéric Mittérand sieht die "Digitalisierung des Kulturerbes" als Teil einer "globalen Strategie" der Kulturförderung. Dabei müssten die Autorenrechte aber strikt beachtet werden. Über Gallica kann man auch Bücher mit Copyright finden; dieses Angebot wird gemeinsam mit Verlegern erstellt.
Umdenken in Frankreich wegen Kosten der Digitalisierung
2005 hatte sich der damalige BnF-Chef Jean-Noël Jeanneney noch im Namen des Widerstands gegen die kulturelle Vormacht der USA vehement gegen das Google-Projekt zur Digitalisierung von 15 Millionen Büchern gestemmt. Google arbeitet mit renommierten Universitäten wie Oxford und Harvard zusammen. Jetzt führen bei der BnF die Schwierigkeiten zur Finanzierung des eigenen Digitalisierungsprojektes offenbar zum Umdenken. Presseberichten zufolge bräuchte die BnF alleine zur Digitalisierung ihrer Bestände aus der Dritten Republik 50 Millionen Euro. Sie hat aber insgesamt nur fünf Millionen für ihr Projekt zur Verfügung.

(Jörg Schamberg)

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