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Google Wave mutiert zur zentralen Web-Plattform

Google bietet mit Wave eine zentrale Open-Source-Plattform, mit der Nutzer künftig in Echtzeit chatten, spielen sowie Bilder, Videos und Daten austauschen können. Die konventionelle E-Mail soll abgelöst werden.

29.05.2009, 13:01 Uhr
Google© Google

Der Suchmaschinenriese Google ist bekannt für seine innovativen Online-Dienste, die sich meist - wie etwa Google Mail, Google Maps oder Google News - innerhalb kürzester Zeit großer Beliebtheit bei den Internetnutzern erfreuen. Stillstand ist nicht die Sache von Google, daher tüfteln die Entwickler stets an neuen kostenlosen Tools für die Web-Community. Das neueste Produkt soll nun gar die bisherige Kommunikation im Web revolutionieren.
Wave löst E-Mail ab?
Google hat anlässlich der Google-Entwicklerkonferenz I/O in San Francisco eine erste Vorschau auf den neuen Kommunikationsdienst Google Wave gegeben. Über die zentrale neue Plattform Wave, die auf HTML 5 und dem Google Webtool Kit basiert, können mehrere Nutzer gleichzeitig miteinander chatten, mailen und im Internet zusammenarbeiten. Bilder, Videos und Dokumente lassen sich einfach hinzufügen und direkt von anderen, eingeladenen Nutzern betrachten. Alle Beiträge zu einem Thema werden in einer sogenannten Wave zusammengefasst. Geteilt werden können auch die Suchergebnisse der Google-Suche. Die Karten von Google Maps und die Videoclips von YouTube lassen sich ebenfalls im Open-Source-Projekt Wave integrieren. Selbst Online-Spiele können über die neue Kommunikations-Oberfläche gespielt werden.
Google bündelt Web-Kommunikation zentral

Mit Wave chatten und Fotos in Echtzeit teilen.
Zum Vergrößern klicken. Bild: Google.
Zusätzlich wird es viele Plugins geben, die Erweiterungen der Funktionen von Wave ermöglichen. Wave selber soll auch in andere Internetseiten eingebettet werden können. Ziel von Google ist die Web-Kommunikation an einem zentralen Ort zusammenzuführen. Gleichzeitig ist Wave auch ein Angriff auf Anbieter anderer E-Mail- und Chatdienste. Ist Google mit diesem Konzept erfolgreich, könnte Wave auch zu einer Gefahr für die bislang boomenden sozialen Netzwerke werden. Denn über die neue Google-Software kann sich eine ganze Freundes-Clique zu einer Party verabreden, inklusive Routenplanung für den Weg zum Treffpunkt. Auch Chats mit Nutzern aus anderen Ländern schrecken nicht mehr ab: quasi in Echtzeit werden die eingegeben Texte in die jeweilige andere Sprache übersetzt.
Einen genauen Zeitpunkt für den Start der Wave-Plattform nannte Google nicht, doch voraussichtlich wird Wave noch in diesem Jahr grünes Licht für die "Revolution" der Internet-Kommunikation erhalten.
Google Wave Videovorschau auf YouTube.

(Jörg Schamberg)

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