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Google: Verleger fordern Einblick in Internetsuche

Deutsche Verlegerverbände haben Beschwerde beim Kartellamt eingelegt und Einsicht in die Suchmethoden von Google gefordert. Zudem geht es um eine größere Beteiligung an den Werbeerlösen.

18.01.2010, 20:10 Uhr (Quelle: DPA)
Google© Google

Im andauernden Streit um Internet-Inhalte werfen die deutschen Verleger dem Suchmaschinenbetreiber Google Missbrauch seiner Marktmacht vor. Es gebe Anhaltspunkte, dass der Internetkonzern seine Suchergebnisse wettbewerbswidrig und nicht fair präsentiere, verlautete am Montag auf dpa-Anfrage aus Verlegerkreisen. Google müsse offenlegen, wie die Suchergebnisse gelistet und nach welchen Kriterien sie sortiert werden. Die Verleger hätten das Bundeskartellamt über diese kartellrechtlichen Fragen informiert; dort werde der Fall nun geprüft. Eine Verlautbarung des Kartellamtes wird für Mittwoch erwartet.
Google dominiert Suchanfragen
Zuvor hatte am Wochenende Google darüber informiert, dass die Verlegerverbände sich beim Kartellamt beschwert hätten. Google ist mit weitem Abstand Marktführer bei der Internet-Suche: Etwa 90 Prozent aller Suchanfragen in Deutschland laufen über die Suchmaschine des Konzerns.
Verleger wollen Einblick in Googles Rankingmethode
Den Verlegern geht es um zweierlei: Einerseits wollen sie wissen, wie Google sucht und wie welche Ergebnisse wo platziert werden. Es könnte sein, dass bestimmte Partner von Google bei der Darstellung der Suchergebnisse bevorzugt, also prominenter platziert werden, hieß es von Verlegerseite. So würden diese Internetseiten häufiger angeklickt und bekämen mehr Werbeeinnahmen.
Anderseits fordern die Zeitungs- und Zeitschriftenverlage, dass Google auch für die Kurz-Anzeige der Suchtreffer im Internet, die sogenannten Snippets, ordentlich bezahlen soll. Dafür bekämen die Anbieter der von Google gefundenen Websites so gut wie nichts, während Google schon mit dieser ersten Suche und dem Anzeigen der "Snippets" über Werbung Geld einnehme.
Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) und der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) monieren seit längerem, dass Google mit den Inhalten der Medienunternehmen im Internet viel Geld verdiene, aber die Verlage zu wenig an den Werbeerlösen beteilige. Auch der Dienst "Google News" steht dabei in der Kritik: Er präsentiert bei den Top-News nicht nur Überschriften, sondern auch Anreißer, so dass viele Nutzer gar nicht mehr den Artikel selbst anklicken müssen. So könnten den Verlagen als Anbieter dieser Artikel Klicks und eben Werbeeinnahmen verlorengehen.
Google zeigt sich gesprächsbereit
Google-Deutschland-Sprecher Kay Oberbeck hatte am Wochenende erklärt, dass das Kartellamt den Internetkonzern um eine Stellungnahme gebeten habe. Danach werde es über die Einleitung eines förmlichen Verfahrens entscheiden. "Wir sind natürlich gern bereit, dem Bundeskartellamt unsere Produkte und Geschäftspraktiken zu erklären, und wir sind davon überzeugt, dass sie den deutschen und europäischen Gesetzen entsprechen", hatte Oberbeck gesagt. Neben den Verlegerverbänden sollen auch die Microsoft-Tochter Ciao und der Kartendienst-Anbieter Euro-Cities bei der Kartellbehörde vorstellig geworden sein.
Streit um Zahlungen
Google habe im vergangenen Jahr weltweit 4,2 Milliarden Euro an Inhalte-Anbieter gezahlt, ergänzte Oberbeck. Der VDZ betonte hingegen, die deutschen Verleger hätten 2009 nur einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag von Google bekommen - für die komplette Nutzung aller Inhalte über die Suchmaschine. Andererseits verdiene Google über Werbung, die bei einer normalen Suche neben den Ergebnissen platziert wird, in Deutschland rund 1,2 Milliarden Euro jährlich.

(Jörg Schamberg)

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  • Damals... Zuletzt kommentiert von JPsy am 19.01.2010 um 12:36 Uhr
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