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Google unter Larry Page: Immer mehr Gegner und neue Konflikte

Google will die Welt verbessern, eckt aber immer häufiger an. Der US-Internetkonzern erscheint unter der Führung von Mitgründer Larry Page härter und effizienter. Konflikte mit Konkurrenten häufen sich, zudem steht Ärger mit der Medienbranche an.

01.12.2012, 11:01 Uhr (Quelle: DPA)
Google© Google

Google will schon lange mehr als nur eine Internet-Suchmaschine sein. Auf diesem Weg sammelt der Konzern aber auch immer mehr Gegner. Im kommenden Jahr zeichnen sich unter anderem neue Konflikte mit der Medienbranche ab.

Schlachten an vielen Fronten

"Tue nichts Böses", war die Devise, mit der sich die Google-Gründer einst aufmachten, das Internet zu verändern. Sie bauten die meistgenutzte Internet-Suchmaschine und ein Milliarden-Geschäft auf. Inzwischen wird Google aber immer öfter genau das vorgeworfen, was laut Gründungsmotto verhindert werden sollte. Kartellwächter in Europa und den USA ermitteln nach Beschwerden von Konkurrenten über eine Benachteiligung. Mit deutschen Presseverlegern liefert sich der Konzern eine aufgeregt geführte Debatte über ein Leistungsschutzrecht für Artikel-Fragmente im Internet.

Seit Mitgründer Larry Page im April 2011 wieder die Konzernführung nach einem Jahrzehnt "Erwachsenen-Aufsicht" durch Eric Schmidt übernahm, weht ein neuer Wind bei Google. Das Online-Netzwerk Google+ wurde zu einer strategischen Priorität erklärt. Um sich besser darauf konzentrieren zu können, wurden Dutzende mäßig erfolgreicher Projekte dichtgemacht. Googles Smartphone-Betriebssystem Android rollt den Mobilfunk-Markt auf: Zuletzt liefen mit ihm drei Viertel der aktuell verkauften Computer-Handys. Und Page nahm über zwölf Milliarden Dollar in die Hand, um Android mit dem Kauf des Handy-Pioniers Motorola vor Patentklagen von Apple und Microsoft zu schützen. Das handelte Google allerdings auch eine weitere Untersuchung der Wettbewerbshüter ein, weil Motorola mit Patenten klagte, die zum Grundstock technischer Standards gehören.

Google muss seine Einnahmen in der mobilen Welt der Zukunft sichern

Das Google von Page wirkt zielstrebiger, effizienter, härter. "Wir machen unsere Suchmaschine für Nutzer und nicht für Konkurrenten", kontert der Konzern etwa Vorwürfe von Rivalen, er würde ihre Dienste bei Suchergebnissen benachteiligen. Und Netzwerk-Konkurrent Facebook sei "von Gestern" und habe den falschen Ansatz bei Werbung, hakte der für Google+ zuständige Manager Bradley Horowitz jüngst bei einem Auftritt ab. Abgesehen davon, dass Google+ noch weit von Facebooks Nutzer-Milliarde entfernt sein dürfte - der Internet-Riese zeigte zuletzt selbst Schwächen bei Werbung, seiner wichtigsten Geldquelle. Die Einnahmen pro Klick auf eine Werbeanzeige gaben nach, weil immer mehr Smartphones benutzt werden und auf ihnen die Tarife niedriger sind.

Der 39-jährige Page steht demnächst vor der Aufgabe, die Klippen der Wettbewerbsverfahren zu umschiffen und zugleich Googles Einnahmeströme in der mobilen Welt der Zukunft zu sichern. Dafür will der Konzern unter anderem die Sucherergebnisse noch viel stärker personalisieren, was einen Kollisionskurs mit Datenschützern bedeutet. Google gehöre immer noch zu den Weltverbesserern, betonte Page vor einigen Monaten. Das Wesen von Google sei, "Technologie in großem Maßstab einzusetzen: Fortschritte, die Menschen helfen, das Leben und die Gesellschaft verbessern". Seit dem Motto aus Anfangszeiten schauen viele genau hin, wie sich das mit den wirtschaftlichen Interessen verbinden lässt.

(Jörg Schamberg)

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