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Google: Street View sorgt auch in Australien für Ärger

Google kommt mit seinem "Street View"-Projekt nicht aus den negativen Schlagzeilen. Nach Ermittlungen in Deutschland gibt es nun auch eine polizeiliche Untersuchung von Google in Australien wegen des unerlaubten WLAN-Scans von privaten Daten.

07.06.2010, 09:40 Uhr (Quelle: DPA)
Google© Google

In Europa muss der US-Internetkonzern Google sich derzeit wegen seiner WLAN-Scans von ungeschützten Netzwerken der heftigen Kritik von Datenschutzbehörden stellen. Selbst Google-Chef Eric Schmidt räumt ein: "Wir haben Mist gebaut". Google stößt in Deutschland mit seinem "Street View"-Projekt auf massiven Widerstand der deutschen Politik, allen voran vor allem Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner. Nach Ansicht der Ministerin werde Street View in Deutschland frühestens 2011 starten. Doch auch außerhalb Europas bekommt Google nun Ärger wegen seines ehrgeizigen Street View Programms. Die Zeitung "Syndey Morning Herald" berichtet, dass der australische Justizminister Robert McClelland eine polizeiliche Untersuchung gegen Google angeordnet habe.

Australische Bundespolizei ermittelt gegen Google

Die Untersuchung richte sich gegen Google und einige seiner Mitarbeiter. Google wird vorgeworfen beim Fotografieren von Straßen private Daten über Australier gesammelt zu haben. Die Untersuchung durch die Bundespolizei soll klären, inwieweit Google-Mitarbeiter illegal gehandelt haben beim Sicherstellen von privaten Informationen während der Kamerafahrten für die Google Maps Webseite. Justizminister McClelland sagte, es habe wachsende öffentliche Bedenken gegen das Google Projekt gegeben. Sein Ministerium sehe substanzielle Gründe, die eine polizeiliche Untersuchung rechtfertigten. Die Polizei wird nun prüfen, ob es mögliche Verstöße gegen australische Telekommunikationsgesetze gegeben habe. Google hatte sich bereits öffentlich entschuldigt und geäußert, die Daten aus Versehen gesammelt zu haben.

Kommunikationsminister Stephen Conroy wies nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa Vorwürfe zurück, er trage eine Fehde mit Google aus. Er hatte sich erst im Mai öffentlich mit Google-Managern gestritten. Sie kritisierten seinen Plan, Internetanbieter zur Installation von Filtern zu verpflichten, die anstößige Inhalte unterbinden. "Ich habe meine Sorge darüber geäußert, dass diese Riesenfirmen - Google, Facebook und andere - meinen, die australischen Gesetze gälten nicht für sie", sagte er. "Sie sagen sich: Was soll's, wir haben unseren Sitz in den USA, und uns ist egal, was die Europäische Union sagt und was die australische Regierung sagt." Conroy hatte in Bezug auf Google vom größten Verstoß in der Geschichte des Datenschutzes gesprochen.

(Jörg Schamberg)

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