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Google startet DNS-Dienst für mehr Speed im Netz

Der Suchmaschinenriese Google hat einen eigenen DNS-Dienst gestartet. Google Public DNS ist öffentlich frei zugänglich und enthält nach Angaben des Unternehmens neuartige Techniken, die nun getestet werden sollen.

04.12.2009, 17:01 Uhr
Google© Google

Es liegt in der Natur der meisten Menschen, sich Namen deutlich besser merken zu können, als lange Zahlenkolonnen. Auch der Aufbau des Internets orientiert sich an diesem Phänomen und nutzt Namen statt Nummern – allerdings nur oberflächlich. Denn auch das weltweite Netz funktioniert nicht textbasiert. Zwar führt die Eingabe der Internetadresse www.onlinekosten.de offensichtlich auf unsere Website. Bevor diese jedoch auf dem Monitor erscheint, hat ein sogenannter DNS-Server vom Nutzer unbemerkt bereits diverse Zwischenschritte ausgeführt. Der Server ordnet ähnlich der Telefonauskunft dem eingegeben Namen eine Nummer - die sogenannte IP-Adresse - zu und stellt so die Erreichbarkeit von Webseiten sicher. Grundsätzlich gilt daher: ohne DNS-Server kein Internet. Nun bietet auch Google eigene DNS-Server an. Hauptziel: Mehr Geschwindigkeit.
Änderung der DNS-Einstellungen
Um das neue Google-Angebot zu nutzen, ist die Änderung der bisherigen Interneteinstellungen im Betriebssystem oder auf dem Router notwendig. Interessenten müssen hierfür die IP-Adressen der eingetragenen DNS-Server gegen die IP-Adressen 8.8.8.8 and 8.8.4.4 des Google DNS austauschen. Eine detaillierte Anleitung zur Vorgehensweise kann bei Google in englischer Sprache abgerufen werden. Eine deutsche Dokumentation zur Umstellung von DNS-Servern allgemein findet sich zum Beispiel auf den Seiten des Chaos Computers Clubs. Änderungen an der Netzkonfiguration sollten allerdings nur durch erfahrene Nutzer vorgenommen werden. Denn passieren hier Fehler, ist der Internetzugang erst einmal lahmgelegt.
Laut Google wurde der neue DNS-Dienst durch neue Caching- und Schutztechniken auf mehr Geschwindigkeit, Sicherheit und Stabilität optimiert. Ein Filtern, Blocken oder Umleiten von Anfragen soll nicht stattfinden. Durch die weltweite Freigabe des Google DNS will der Suchmaschinenriese nach eigenen Angaben die Alltagstauglichkeit der Maßnahmen testen. Im Erfolgsfall sollen die gewonnenen Erfahrungen den Betreibern anderer DNS-Server – in der Regel Internetanbieter - zugänglich gemacht werden.
Datenkrake(n) voraus
Trotz aller Euphorie, die der Google Blog zum Thema versprüht: Etwas Skepsis darf dennoch erlaubt sein, denn das Surfen über den Google Gateway öffnet der akribischen Sammelwut des IT-Giganten völlig neue Möglichkeiten. Zwar verspricht Google in seinen Privatsphäre-Richtlinien, persönliche Informationen wie IP-Adressen nach spätestens 48 Stunden zu löschen und lediglich anonymisierte Verbindungsdaten dauerhaft zu speichern. Eine Überprüfung solcher Aussagen ist jedoch generell schwer möglich - insbesondere, wenn die Server im Ausland stehen. Andererseits werden auch in Deutschland Verbindungsdaten tagtäglich aufgezeichnet. Seit Anfang 2009 verpflichtet die sogenannte Vorratsdatenspeicherung alle deutschen Internet Provider dazu, entsprechende Informationen für ein halbes Jahr zu speichern. Das Gesetz geht auf eine EU-Richtlinie aus dem Jahr 2006 zurück.

(Christian Wolf)

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