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Google Reader wird abgeschaltet: Die Alternativen

Noch ist der Google Reader online - zumindest bei einigen Strichproben am Montagmorgen. Dies ist aber wohl nur der Zeitverschiebung geschuldet.

01.07.2013, 11:39 Uhr
Google© Google

Noch ist der Google Reader online – zumindest bei einigen Strichproben am Montagmorgen. Dies ist aber wohl nur der Zeitverschiebung geschuldet. Wer den Umstieg noch nicht geschafft hat, hat jetzt die letzte Möglichkeit, um alle Abonnements zu sichern. Google hat angekündigt, diese Daten nicht mehr zur Verfügung zu stellen, wenn der Reader erst einmal abgeschaltet wurde.

Die Alternativen

Der Export ist recht einfach. Über Google Takeout kann ein Archiv heruntergeladen werden, dass neben den eigentlichen Abonnements in Form der Datei subscriptions.xml auch weitere Google-spezifische Informationen enthält. Die OPML-Datei kann aber auch über die Export-Funktion heruntergeladen und in dem neuen RSS-Reader importiert werden.

Das eigentliche Problem wird für viele Nutzer gewesen sein, einen alternativen RSS-Feedreader zu finden. Da gibt es viele, die sich nun sehr am Google Reader orientieren, aber auch einige, die es anders machen wollen.

Der Favorit: Feedly

Der natürliche Erbe des Google Reader ist Feedly. Der Dienst ist übersichtlich gestaltet und sehr beliebt. Neben einer traditionellen Ansicht lassen sich die Feeds auch wie eine Zeitung oder bilderlastig zusammenstellen. Seitdem das Ende des Google Readers angekündigt worden war, hat Feedly viele neue Funktionen erhalten. Im Hintergrund wurde eine neue Infrastruktur aufgebaut, über die sich die Feeds nun mit anderen Anwendungen synchronisieren lassen. Das ist das, was der Google Reader bisher getan hat. Feedly gibt es als Webversion mit Erweiterungen für Chrome, Safari und Firefox sowie als App für iPhone, iPad und Android.

The Old Reader ist das, was der Google Reader mal war, bevor Google die sozialen Funktionen entfernt hat, um Google+ zu pushen. Das Design des Old Reader lehnt sich deshalb an den alten Google Reader an: das Teilen von Inhalten steht im Vordergrund. Vorerst gibt es nur eine Webversion und Erweiterungen für Chrome und Safari. Mobile Anwendungen sind in Vorbereitung.

Minimalistisch: Newsvibe

Eine weitere Alternative ist der eher traditionell aufgebaute Feedreader NewsBlur. Er ist etwas bunter als der Google Reader, die Ansichten lassen sich jedoch variieren. Die eigentliche Einschränkung besteht in einer Obergrenze von 64 Abonnements. Wer mehr RSS-Feeds im Blick behalten möchte, muss zahlen. Neben einer Webversion gibt es noch Apps für iOS und Android.

Ein weiterer Veteran ist NetVibes. Lag er im Vergleich mit dem Google Reader immer abgeschlagen auf einem der hinteren Plätze, so ist es auch im Vergleich mit dessen Nachfolgern. Es gibt aber auch Alternativen zum Google Reader, die einen etwas anderen Weg einschlagen. Newsvibe ist ein sehr minimalistisch erscheinender RSS-Reader, der zudem über keine soziale Funktionen verfügt. Es gibt ihn derzeit nur als reine Webversion.

Auch AOL bietet eine Alternative

Kurz vor Einstellung des Google Reader hat auch AOL noch schnell einen eigenen Feedreader vorgestellt. Der AOL Reader kommt ebenfalls mit einem minimalistischen Ansatz daher. Leider bezieht sich das nicht nur auf das Aussehen, sondern auch auf die Funktionen. Es handelt sich noch um eine Betaversion mit eingeschränkten Fähigkeiten. Derzeit gibt es nur eine Webversion, Apps für iOS und Android sollen folgen.

Komlett neu: Digg Reader

Pulse ist weniger ein RSS-Reader als ein News-Aggregator. Der Seitenaufbau ist sehr bilderlastig und die Feeds werden dann nicht in der zeitlichen Reihenfolge angezeigt. Pulse versucht die Nachrichten ins Sichtfeld zu heben, die von größtem Interesse sind, dafür werden auch welche weggelassen. Pulse kann aber auch als RSS-Reader genutzt werden. Neben einer Webversion gibt es auch Apps für iOS und Android.

Neu ist der Digg Reader, der wie Feedly versucht, die bisherige Rolle des Google Reader einzunehmen – mit einem entschlackten Design und neuen Funktionen. Integriert wurden Instapaper und Digg. Es gibt eine Webversion und eine App für Android.

Selbst gehostet: Tiny Tiny RSS

Wer die Abschaltung des Google Reader zum Anlass nehmen möchte, um sich nicht mehr auf den Clouddienst eines kommerziellen Anbieters zu verlassen, aber auch nicht den klassichen Reader haben möchte, der nur auf einem Gerät installiert ist, der sollte den RSS-Reader auf dem eigenen Server hosten. Tiny Tiny RSS ist eine beliebte Möglichkeit. Neben der Webversion gibt es eine App für Android.

Eine weitere Alternative ist der Dienst Blottrottr, der die RSS-Feeds per E-Mail zustellt und somit auch auf allen Geräten gleichzeitig verfügbar ist. Der Vorteil hierbei ist, dass ein Posteingang wegfällt.

(Peter Giesecke)

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