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Google: Mobilfunktarife ohne eigenes Netz

In den USA möchte Google offenbar eigene Mobilfunktarife anbieten. Die Tarife sollen einfacher werden und die Preise sinken. Dies berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf Personen, die mit der Sache vertraut sein sollen.

22.01.2015, 12:13 Uhr
Google© Google

In den USA möchte Google offenbar eigene Mobilfunktarife anbieten. Die Tarife sollen einfacher werden und die Preise sinken. Dies berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf Personen, die mit der Sache vertraut sein sollen.

Die üblichen Tarife, nur billiger

Was Google als Projekt Nova entwickelt, scheint aber dennoch das übliche Tarif-Portfolio zu sein: Sprach- wie Datentarife, Flatrates und Tarife, die nach Verbrauch abgerechnet werden.

Unklar ist noch, ob Google die Tarife mit subventionierten Geräten anbieten wird. Attraktive Mobilfunktarife könnten den Absatz der Nexusgeräte und der Topmodelle anderer Hersteller mit reinem Android pushen, wie sie in den USA im Play Store angeboten werden.

Mitnutzer in einem bestehenden Netz

Google will allerdings kein eigenes Mobilfunknetz aufbauen, sondern ein bestehendes mitnutzen. Im Bericht werden als mögliche Partner die kleineren Provider Sprint und T-Mobile genannt. Sie verfügen über keine so gute Netzabdeckung wie die Marktführer Verizon und AT&T, haben aber noch ungenutzte Kapazitäten, die Google günstig nutzen könnte.

Google würde dann wie ein Service Provider hierzulande Werbung, Kundenbetreuung und Abrechnung übernehmen. Ob Google allerdings wie ein mobiler virtueller Netzbetreiber (MVNO) auch eigene Technik einbringen kann, ist noch nicht bekannt. Die Vermarktung soll über das Internet laufen - voraussichtlich über den Google Play Store.

Glasfaser, Heißluftballons und Satelliten

Die Rolle eines Netzbetreibers wäre für Google nicht neu. In einigen US-Städten betreibt das Unternehmen ein Glasfasernetz. Vor einigen Jahren hat Google auch bereits für Mobilfunk-Lizenzen geboten. Dort ging es aber offensichtlich nur darum, durch ein Mindestgebot eine Lizenzauflage zu aktivieren, sodass der Zugang für alle zum Netz diskriminierungsfrei erfolgen muss.

Auch außerhalb der USA engagiert sich Google als Netzbetreiber. Im Projekt Loon werden Heißluftballons getestet, die sich über Afrika befinden - höher als ein Mobilfunkmast, aber niedriger als ein Satellit -, um wenig besiedelte Gebiete flächendeckend mit Mobilfunk- und Internetzugängen zu versorgen.

Gerade erst wurde auch bekannt, dass Google sich am Raumfahrtunternehmen Space X beteiligen möchte, das hunderte Satelliten ins All bringen soll, um darüber Sat-Internet-Zugänge anzubieten.

(Peter Giesecke)

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