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Google Maps & Co: Krim-Konflikt bringt auch Probleme für digitale Karten

Sind Ländergrenzen umstritten, so stehen auch Anbieter digitaler Karten wie Google vor einer großen Herausforderung. Sie veröffentlichen verschiedene Kartenansichten - abhängig von den jeweiligen Nutzern.

10.05.2014, 15:01 Uhr (Quelle: DPA)
Google© Google

Strittige Grenzverläufe wie aktuell im Krim-Konflikt sind für Anbieter digitaler Karten wie etwa Google eine große Herausforderung: Von ihnen werden schnelle Entscheidungen erwartet. "Google Maps bemüht sich, umstrittene Regionen objektiv abzubilden", erklärte ein Sprecher des Internet-Konzerns bei der aktuellen Änderung Mitte April zum Anschluss der bisher zur Ukraine gehörenden Halbinsel an Russland. "Unsere Kartenprodukte spiegeln Grenz-Streitigkeiten wider, bei lokalen Versionen folgen wir örtlichen Regeln für Namen und Grenzverläufe."

Unterschiedliche Kartenansichten

Diese Flexibilität zeigt Google auch im aktuellen Fall: So bekommen Nutzer in Russland und im Rest der Welt unterschiedliche Google-Karten der Krim zu sehen. In der russischen Variante ist die Halbinsel mit einer schwarzen Linie von der Ukraine abgetrennt. In den anderen Versionen weist eine punktierte Linie auf einen strittigen Grenzverlauf hin.

Auch in anderen Fällen griff Google bereits zur unterschiedlichen Anzeige in verschiedenen Ländern, etwa in den Grenzstreitigkeiten zwischen China und Indien. So wird in der indischen Version der Karten die Region Aksai Chin als Teil Indiens und nicht als umstrittenes Gebiet dargestellt. Genauso wird in China die Provinz Arunachal Pradesh als chinesisches Staatsgebiet angezeigt. Dagegen ist der über weite Teile strittige Grenzverlauf zwischen Thailand und Kambodscha in beiden Ländern mit einer punktierten Linie markiert.

(Jörg Schamberg)

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