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Google-Löschanträge nehmen rasant zu - fast 8 Millionen pro Woche

Laut Transparency Report von Google beantragen Medien-Unternehmen wegen einer angeblichen Verletzung des Urheberrechts fast acht Millionen Löschungen aus dem Suchindex pro Woche.

21.08.2014, 13:01 Uhr
Google© Google

Das "Recht auf Vergessenwerden" schützt einzelne Personen und ihre Rechte. Der Aufwand für den Suchmaschinenbetreiber Google ist aber immens größer, wenn Unternehmen hinter den Löschanträgen stecken. Der aktuelle Transparency Report weist aus, dass Medien-Unternehmen wegen einer angeblichen Verletzung des Urheberrechts fast acht Millionen Anträge pro Woche stellen.

Inhaltliche Prüfung nicht mehr möglich

Nutzer, die bei Google nach einer aktuellen Folge einer US-Serie suchen, sehen dann folgenden Hinweis: "Infolge einer Beschwerde, die hinsichtlich des US Digital Millennium Copyright Act (amerikanisches Datenschutzgesetz) bei uns eingegangen ist, haben wir 1 Ergebnis(se) aus dieser Seite entfernt. Sie können die DMCA-Beschwerde, die dieser Entfernung zugrunde liegt, unter ChillingEffects.org lesen."

Alles schön dokumentiert, aber nicht inhaltlich geprüft. Dazu ist Google bei rund einer Million Löschanträgen pro Tag auch nicht mehr in der Lage. Das läuft dann nur noch automatisiert.

Zunahme der Löschanträge um Faktor 85

Vor drei Jahren war das noch anders. Google dokumentiert in seinem Transparenzbericht die Löschanträge, die seit 2011 eingegangen sind. In der Woche vom 22.08.2011 waren es noch 92.172 Internetadressen, die aus dem Suchindex entfernt werden sollten. In der Woche vom 11.08.2014 waren es 7.824.932 URLs - ein Zuwachs um den Faktor 85.

Im letzten Monat haben 2.244 Unternehmen in Vertretung von 4.547 Urheberrechtsinhabern 30.143.926 konkrete Seiten von 47.301 Domains zu löschen versucht. Google sagt nur lapidar, dass nicht alle Ersuchen ausgeführt werden, gibt dazu aber bei aller Akribie in der Auflistung der Anträge keine konkreten Zahlen zu den Löschungen an.

(Peter Giesecke)

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