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Google living stories: News-Seite mit Gedächtnis

Im Internet werden Nachrichten anders gelesen als in der Zeitung. Das neue Konzept von Google in Zusammenarbeit mit zwei bekannten US-Zeitungen macht dies zum zentralen Punkt.

10.12.2009, 00:00 Uhr
Google© Google

Zum Thema Nachrichtenangebote im Internet sind aktuell insbesondere Diskussionen zur Finanzierung zu finden. Nicht nur US-Medien, sondern auch deutsche Betreiber testen aus, wie es um die Zahlbereitschaft der Leser bestellt ist. Auch Google hat sich Gedanken zu den Online-News gemacht, wenn auch in eine andere Richtung.
Das Online-News-Experiment
Mit dem jetzt vorgestellten Feature Google living stories, das sich in den Google Labs befindet und als Experiment bezeichnet wird, will der US-Konzern Nutzern eine andere Art des Online-Lesens bieten. Am Konzept der "lebenden Geschichte" arbeitet Google zusammen mit den renommierten Zeitungen "New York Times" und "The Washington Post", einige Ergebnisse lassen sich nun mit der neuen Anwendung erproben. Der Fokus liegt auf der Interaktion, daher präsentiert das Tool die Nachrichten auf eine neue Weise und nutzt dabei die Vorzüge des Internet.
Updates nach dem letzten Besuch
Google living stories sammelt die Berichterstattung der beiden Zeitungen auf einer Website und fasst die Artikel thematisch und nach Datum sortiert zusammen. Anstatt die Fakten innerhalb eines Artikels fest nach ihrer Relevanz zu sortieren, wird die Nachrichtendarstellung angepasst und das Thema den neuesten Updates nach strukturiert. Wer eine bestimmte Geschichte bereits gelesen hat, bekommt diese bei einem zweiten Aufruf nicht mehr in der identischen Version, sondern mit den seitdem veränderten Details zu Gesicht. Eine kurze Inhaltsangabe fasst die wichtigsten Fakten aber trotzdem kurz zusammen. Andere Artikel zum Thema lassen sich über eine Zeitleiste auffinden, die eine Erfassung und die zeitliche Einordnung erleichtert. Angereichert werden die Infos mit Bildern, Videos und Meinungen, die über die Navigation aufgerufen werden können. Nutzer können sich zudem per E-Mail informieren lassen, sobald es Aktualisierungen zur gewünschten Geschichte gibt, RSS-Feeds stehen ebenfalls bereit.
Pläne für die Zukunft
Was sonst der Autor eines Artikels erledigt, macht Google nun automatisch. Ob dies bei allen Verlegern auf Gegenliebe stoßen wird, ist daher zu bezweifeln. Google living stories soll in den kommenden Monaten verfeinert werden und dabei auch Feedback der Nutzer einbeziehen. Im offiziellen Weblog schreibt Google, dass man hoffe, das Tool vielleicht allen interessierten Medien zur Verfügung stellen zu können.
Der Suchmaschinenriese musste sich bereits häufiger Vorwürfe wegen seines Nachrichten-Aggregators Goolge News gefallen lassen, der daher künftig auch Weiterleitungen zu Bezahlangeboten ermöglichen wird.

(Saskia Brintrup)

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